Rettungsdienst auf dem Cannstatter Wasen: Florian arbeitet dort, wo andere feiern

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Florian aus Schwaikheim ist seit Jahren als Rettungssanitäter auf dem Cannstatter Volksfest im Dienst und erlebt dort immer wieder kuriose Einsätze.

„Alle Leute, die hier auf der DRK-Wasenwache arbeiten, machen das rein ehrenamtlich.“

Florian, 36, ehrenamtlich beim DRK

„Das sind keine vollbezahlten Einsatzkräfte. Die meisten von uns sind in ihrem Hauptberuf auch im Rettungsdienst tätig oder im Krankenhaus – und machen das hier in ihrer Freizeit.“ Florian ist jedes Jahr mehrere Abende auf dem Cannstatter Volksfest als Rettungssanitäter im Dienst.

Für ihn ist das Engagement im Rettungsdienst ein Ausgleich zu seinem eigentlichen Job: „Beruflich bin ich im IT-Management eines mittelständischen Unternehmens tätig. Was ganz anderes. Im technischen Bereich. Hier auf dem Wasen arbeite ich mit Menschen zusammen. In einem ganz anderen Team, die das als ihr Hobby verstehen.“

17 Jahre geht Florian bereits diesem "Hobby" nach. Im Rettungsdienst hat er über die Jahre viele Menschen kennengelernt – und gerade das macht es für ihn aus:

„Ich finde die Gemeinschaft sehr schön, die da entstanden ist. Die Freundschaften. Und dass wir uns dann regelmäßig auch wieder bei solchen Veranstaltungen treffen.“


Auf dem Cannstatter Wasen laufen die meisten Einsätze zwischen 20 und 23 Uhr ein. Da kann es auch mal stressig werden. „Wir haben hier von dem Personenaufkommen auf dem Wasen einfach bis zu 100.000 Leute gleichzeitig, meines Wissens nach. Das heißt, wir haben hier alles Mögliche an Verletzungen, Versorgungen und entsprechenden Krankheitsbildern, die es auch im regulären Rettungsdienst oder Sanitätsdienst in der Stadt gibt.“ Manchmal wundert sich Florian aber auch.

„Es gibt schon Situationen, wo man sagt: musste das sein?"

Das sind meistens provozierte Situationen, wo man sich fragt: war das jetzt wirklich notwendig? Auch unpassende Situationen, das fängt bei extrem dünnen Schuhen an. Natürlich sind Masskrüge aus Glas in Stuttgart. Wenn die kaputt sind, muss ich nicht mit dünnen Schlappen da durchlaufen. Dann weiß ich, dass ich mir die Schuhe zerschneide.

Das sind Situationen in denen man überlegt: eigentlich sollte man das selber wissen. Dass man seine Grenzen auch in Sachen Alkohol im Griff haben sollte, auch das ist so ein Punkt, wo ich für mich sage: da sollte jeder seine eigenen Grenzen kennen und auch entsprechend respektieren.“