Aus der Lebenskrise geboxt

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Jasmina aus Stuttgart musste schwere Schicksalschläge verkraften. Doch der Boxsport und eine geheime Checkliste haben ihr Kraft gegeben. Heute ist sie stärker denn je.

„Nach einem Knock-out war das Motto meines Vaters: Aufstehen, Krone richten und weiter geht’s.“

Jasmina, Studentin, Zufallsbegegnung in der Haußmannstraße, Kampfsportschule

„Zum richtigen Boxen im Verein bin ich erst mit 16 gekommen. Da habe ich noch Fußball gespielt und war Torwart. Plötzlich kam es am Ende des Spielfelds zu einer Prügelei. Ich wollte meine Mitspieler verteidigen, bin hingerannt und habe einen Schlag ausgeteilt. Nach der Keilerei wurde ich von einem Nachwuchstrainer angesprochen, ob ich nicht mal ins Boxtraining kommen möchte."

„Anscheinend fand er meine Rechte sehr beeindruckend.“

„Da ich durch diese Aktion eh für drei Monate im Fußball gesperrt war, habe ich dann mit dem Boxen angefangen.

Eine junge Boxerin trainiert im Ring. (Foto: SWR)
Jasmina mit ihrem Trainer.

Ich habe aber schon als Kind im Keller mit meinem Vater trainiert. Er hat damals sogar eine Kamera gekauft, damit ich später meine Fehler analysieren konnte. Ich habe mit ihm einfach alles gemacht."

„Egal in welchem Alter, er war immer für mich da. Ich war seine Prinzessin, sein Champ.“

„Vielleicht bin ich sogar zu behütet aufgewachsen. Als er dann vor fünf Jahren an einer Lungenentzündung gestorben ist, musste ich erst mal lernen, auf eigenen Beinen zu stehen. Aber jetzt studiere ich im ersten Semester Medizin in Mannheim. Ich hoffe, mein Vater sieht mich und ist stolz.“