Altenpflegerin Annett am Limit: Arbeiten bis zur Rente mit 67

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Altenpflegerin Annett am Limit: Arbeiten bis zur Rente mit 67

Annett arbeitet als Altenpflegerin auf der Reha-Station des Robert-Bosch-Krankenhauses. In ihrem Alltag beschäftigt sie sich mit den Konsequenzen ihrer körperlich und psychisch belastenden Schichtarbeit.  

„Ich muss bis zur Rente mit 67 arbeiten. Das ist gar nicht möglich als Pflegerin, weil die Arbeit so schwer ist.“

Zufallsbegegnung mit Annett, 53, Altenpflegerin

Annett sagt: „Es gibt ganz viele Probleme, weil die Pflegekraft immer im Mittelpunkt steht."

„Alle Berufsgruppen im Krankenhaus ziehen an der Pflegekraft. Therapeuten, Logopäden, Physiotherapeuten, die Ergotherapeuten, die Ärzte, die Sozialarbeiter. Die fragen dann immer uns und nebenbei müssen wir unser Geschäft noch schaffen: uns um die Patienten kümmern, Infusionen geben.“

„Ich bin ja in der Reha, mit den Patienten trainieren. Dass sie auch zu Hause den Toilettengang wieder alleine machen können, die meisten haben ja eine OP gehabt. Das ist nicht immer so einfach, gerade wenn die Patienten auch sehr weinerlich sind.“ 

Um sich nach der Schicht auf andere Gedanken zu bringen, verbringt Annett Zeit im Schlossgarten und spaziert an den Tiergehegen der Wilhelma vorbei. „Dann habe ich meine Mundharmonika immer dabei. Ich laufe ich den Kamelen vorbei. Ich bin ja eigentlich müde, komme vom Nachtdienst, hab neun Stunden gearbeitet.“

„Da gibt’s ein weißes Kamel. Das kennt mich schon, dem spiele ich dann immer ein Lied vor. Da komme ich runter von der Arbeit, dann geht’s mir eigentlich wieder gut, dann bin ich fit für die nächste Arbeit. Man braucht einen Ausgleich.“ 

Oft lohnt es sich dann gar nicht mehr, zwischen den Schichten nach Hause zu fahren. Doch Annett schafft sich trotzdem Ruhephasen.  

„Ja, ich muss ein paar Stunden schlafen. Im Sommer mach‘ ich das dann auch mal schnell auf der Bank. Dann gibt’s schon mal Sommertage, wo ich gar nicht nach Hause gehe, sondern im Park schlafe. Und dann gehe ich wieder zur Nachtschicht.“ 

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