Ümars Flucht in die Elsa

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Ümar (Foto: SWR)
Reporter Fabian Janssen bekommt von Ümar aus Syrien Bilder seines zerstörten Hauses gezeigt.

„Einen Moment“, sagt Ümar Siam, er sucht sein Handy und seine Gesichtszüge werden hart. „Das war mein Haus in Damaskus, vor zwei Wochen wurde es bombardiert“, berichtet er und spielt dabei ein Video ab, das zerstörte Straßenzüge zeigt.

„Die Stadt ist jetzt vom IS befreit, aber alles ist kaputt. Jetzt haben wir kein Geld, kein Haus und mein Sohn wurde auch in Syrien verhaftet.“

Fünf Jahre haben Ümar und seine Frau Siham den Krieg in Syrien erlebt, bevor sie nach Deutschland gekommen sind. „Zuerst hat Assad auch etwas für das Volk getan, aber dann hat er Gesetzte erlassen, die nur ihm und seiner Familie nutzten. Jeder war gezwungen zu tun, was er wollte. Niemand durfte etwas gegen die Politik sagen. Leute sind verschwunden." - "Es war genau wie bei Hitler“, ergänzt Siham.

Beide sind Lehrer, Ümars Frau war sogar Abteilungsleiterin im Bildungsministerium. Sie hatten ein gutes Leben. Ihre Tochter hat Jura studiert. Die Elsa ist seit ihrer Flucht ihr neues Zuhause. Ihre Tochter macht hier jetzt eine Ausbildung. Heimat wird es aber wohl nie werden.

„Mein Kopf ist immer in Syrien“

Ablenkung bringen seine Enkel Karim (14) und Layth (9). Wenn Sie aus der Schule kommen, dann machen die beiden bei ihnen Hausaufgaben und danach klappt Ümar das große hölzerne Backgammon-Spiel auseinander und würfelt mit den Jungs um die Wette. Im Gegenzug helfen sie ihren Großeltern dabei, Deutsch zu lernen.

Trotzdem fehlt Ümar und Siham das alte Leben. Sie wünschen sich nur Eines: „Sicherheit, kein Krieg mehr und eine Lösung für Syrien, damit wir wieder zurück können - Inschallah - wenn Gott es will.“



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