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Heimat RP (Foto: SWR, Foto von Simon Zimbardo.)
Stefanie Zohm (Foto: SWR)

„Es ist kein Kavaliersdelikt, wenn Menschen am Arbeitsplatz sexuell belästigt werden“, sagt Anette Diehl. Sie arbeitet seit über 30 Jahren beim Frauennotruf. In der Tat kommen solche Übergriffe häufig vor. Dumme Sprüche, anzügliche Blicke, unangemessene Nachrichten – mehr als die Hälfte der Beschäftigten haben das schon erlebt oder beobachtet.

„Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, das klingt fast niedlich und zeigt nicht, wie es den Betroffenen damit geht – nämlich schlecht“, sagt Anette. Sie spricht deshalb lieber von sexualisierter Gewalt. „Denn mit Lust hat das nichts zu tun, Sexualität wird hier als Waffe benutzt.“ Meist sind junge Frauen betroffen und Frauen, die noch nicht lange dabei sind. Häufig wird gesagt, das alles sei doch nur ein Flirt.

„Wenn Herr Mayer Frau Müller vor versammelter Mannschaft aus dem Mantel hilft und sagt ‚Frauen ausziehen ist meine Lieblingsbeschäftigung‘, dann ist das kein Flirt.“

Betroffenen rät sie, sich einfach umzudrehen und zu gehen, wenn man sich nicht traut, etwas zu sagen. Und sich Vertraute und Hilfe zu suchen, auch im Betrieb. Auf jeden Fall darüber reden. Manchmal bleibt nur der juristische Weg. „Das ist nicht einfach, ich will nichts schönreden, aber es kann klappen, das haben wir schon erlebt.“

Mittlerweile sind viele Männer verunsichert. Sie sagen, sie wüssten nicht mehr, was sie noch sagen oder tun dürften, ohne dass es falsch rüberkomme.

„Es ist aber doch gar nicht so schlecht, wenn Männer sich verunsichert fühlen, weil sie dann noch mal darüber nachdenken, wo die Grenze des anderen ist. Sonst sind es ja meist Frauen, die verunsichert sind, ob sie da was falsch verstanden haben.“

Beratung und Hilfe für Frauen

Hilfe und Beratung im gibt es beim Frauennotruf Mainz oder deutschlandweit über das Hilfetelefon unter 08000 116 016 oder per Online-Beratung.

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