Schock und Erleichterung zugleich: Diagnose Parkinson

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AUTOR/IN
Anne Lambertsen

Ich habe dem Parkinson einen Namen gegeben, ich nenne ihn Phil Parkinson, nehme ihn an und dadurch können wir gut miteinander umgehen. Er ist ein Teil von mir, gehört jetzt halt dazu.

Dorothea aus Ingelheim ist eine Mutmacherin und das, obwohl sie so schwere Zeiten hinter sich hat. Sieben Jahre lang sucht sie verzweifelt nach der Ursache für ihre Symptome. Sie kann ihr Bein nicht richtig bewegen, dann den Arm, sie zittert: „Eine schlimme Situation war im Supermarkt an der Kasse, wenn ich das Portemonnaie aufmachen sollte, so feinmotorische Sachen, da habe ich Blut und Wasser geschwitzt.“

Dorothea rennt von Arzt zu Arzt. Dann endlich im November 2016 bekommt sie die richtige Diagnose. „Morbus Parkinson, eine unheilbare Nervenkrankheit. Für sie ein Schock und eine Erleichterung zugleich, denn jetzt kann sie damit umgehen. 

Sie bekommt starke Medikamente, die ihr helfen. „Das beste war, ich konnte wieder schreiben, ich konnte einen Stift in die Hand nehmen, konnte Klavier spielen, konnte Gitarre spielen, und ich konnte wieder tanzen.“ 

Eine Stütze sind immer auch ihre drei Kinder. Ihre 15-jährige Tochter Aurelia lebt bei ihr. Die anderen beiden älteren Kindern wohnen beim Vater. Eineinhalb Jahre nach der Parkinson-Diagnose trennen sich Dorothea und ihr Mann. Sie will ihr Leben verändern, alles tun damit es ihr besser geht.

Dorothea entwickelt ihre eigenen Therapien, die Spaß machen. Dazu gehört das „Wanzen“: Eine Mischung aus Walken und Tanzen. „Ich habe meine Glücksmomente bei der Musik. Wenn ich Musik einschalte, schalte ich meinen Verstand aus und dann habe ich sofort den Rhythmus im Ohr und das geht mir sofort in die Beine.

Und sie entdeckt noch eine neue Leidenschaft: die Poesie. Seit der Diagnose schreibt sie jeden Tag, verfasst sogar ein Buch.

„Mein Rezept ist: Lebe, lebe das was du dir wünscht. Aber mach’s „im Kleinen“, auch kleine Schritte führen zum Ziel.

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