Die Elsa-Scheren

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Fabian Janssen
Fabian Janssen (Foto: SWR)
Lennart Behnke
Behnke (Foto: SWR)
Friseurinnen (Foto: SWR)
Die Chefin Özge zusammen mit ihrer Mitarbeiterin Sylvia vor dem Friseurgeschäft in der Elsa.

„Das war ein Traum, da ganz oben. Ich habe 15 Jahre im 16. Stock gewohnt!“ Sylvia (59) sitzt vor dem Friseursalon „Haargalerie“, in der kleinen Elsa-Einkaufpassage, zieht an ihrer Zigarette und erinnert sich. „Vor allem die wunderschöne Aussicht zur Schiersteiner Brücke, abends mit den ganzen Lichtern – das war toll!“

Als Sylvia in der Elsa gewohnt hat, gab es den Truppenübungsplatz der Amerikaner noch. „Die haben da immer geballert. Da haben wir immer zugeschaut.“ Damals war es aber auch noch riskant hier zu wohnen, erzählt sie. „Es gab oft Überfälle in der Tiefgarage. Das Schlimmste war, als eine Frau, die direkt unter mir gewohnt hat, vergewaltigt wurde. Aber das war mal. Seit die Eigentümer da sind, ist alles besser.“

Vor 22 Jahren sind viele Wohnungen in der Elsa verkauft worden. Die neuen Besitzer haben damals die Wohnanlage saniert. „Das hat sich in den Jahren mordstoll gemacht.“ Mittlerweile kommt die Friseurin nur noch zum Arbeiten in ihr altes Zuhause, aber die Kontakte sind geblieben. „Die Leute sind mit mir älter geworden, das kann man schon sagen: Mein ältester Kunde kommt seit 37 Jahren zu mir.“ Sylvia ist eine von drei angestellten Friseurinnen in der Haargalerie.

„Ich hatte einen schwierigen Anfang. Ich habe wirklich hier mit null Kunden angefangen.“

„Eigentlich bin ich ja aus Rüsselsheim“, erzählt die 28-Jährige, „da ist die Konkurrenz aber zu groß gewesen und dann bin ich hier gelandet!“ Die Friseurmeisterin hat einen pragmatischen Blick auf die Elsa. „Ich sage es mal so: Jeder, der einen Laden aufmacht, der guckt sich die Umgebung an und in den Häusern hier leben viele Menschen. So nach dem Motto: Wenn das ganze Hochhaus zu mir kommt, dann wird es schon reichen.“

Der Start in der kleinen Ladenpassage sei dann aber alles andere als rund verlaufen, erzählt sie. Erst ganz langsam, durch „Mundpropaganda und Freundlichkeit“ sei der Kundenstamm gewachsen. Heute kommen vor allem viele ältere Kunden, so „zwischen 40 und 80“. Gesprächsthema Nummer Eins „sind da vor allem „Krankheiten“, sagt Özge mit einem Lachen.

„Es gibt ja auch den Spruch: Erzähl es deinem Friseur!“ Durch den eigenen Laden hat sie sich einen Traum erfüllt. „Ich wollte es einfach ausprobieren und es macht mir immer noch Spaß! Dabei bleibe ich hoffentlich!“



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