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„Ich habe mich nicht so oft getraut vorzulesen. Ich hatte immer Angst, dass ich was falsch lese.“

Franziska (10) hat schon immer gerne gelesen. Nur das Vorlesen mochte sie nie. Um das zu ändern, nutzt sie seit vier Jahren das ungewöhnliche Angebot des Mainzer Vereins Funkelstern. Eine Pädagogin kommt mit einem speziell ausgebildeten Hund an Schulen, damit die Schüler dem Hund vorlesen können. „Der Lesehund ist besser als die Lehrerin, weil ich finde, ein Hund, der schimpft jetzt nicht mit dir, wenn du was falsch gelesen hast. Er merkt es sozusagen gar nicht. Und dann kann ich einfach weiterlesen. Und die Lehrerin, die sagt dir dann: ‚Mensch Franzi, guck doch mal, was da steht!‘ Das ist schon viel besser mit dem Hund.“

Bevor der Lesehund die Schüler besucht, stellen die Pädagogen mit den Kindern Regel auf, die sie im Umgang mit dem Tier beachten müssen. Wichtig ist zum Beispiel, dass immer nur ein Schüler den Hund streicheln darf. Sonst ist der Hund mit dem Ansturm der Kinder schnell überfordert. Mit einer kleinen Gruppe oder auch einzeln, setzen sich die Kinder dann mit der Pädagogin und dem Hund zusammen und üben vorzulesen. Lotti, die fünfjährige Cavalier-King-Charles-Spaniel-Dame, ist einer der Hunde, dem die Schüler vorlesen können.

„Die Lotti legt sich immer zu mir, sodass ich sie streicheln kann. Das mag sie. Manchmal schläft sie auch, weil sie das so entspannend findet. Ich habe auch das Gefühl, dass sie lacht."

Durch Hunde wie Lotti hat sie die Angst vor dem Vorlesen verloren und ihre Liebe zu Büchern weiter ausgebaut.