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„Wir hatten einen schönen Tag, waren im Garten. Abends hat er sich dann noch mit Freunden getroffen. Dann bekam ich den Anruf.“Als ihr Mann mit 59 Jahren völlig unerwartet starb, war das Leben von Lydia Stübner zunächst zerstört.

„Es fühlt sich an wie eine komplette Leere im ganzen Körper.“

Kurt starb an einer Lungenembolie. Nach dem Todesfall kamen alle möglichen Menschen auf Lydia Stübner zu. Jeder hatte einen Rat, jeder wusste, was zu tun war: Tu dies, tu das, du musst dieses, du musst jenes. Menschen mit dem gleichen Schicksal kann sie daher nur eines raten:

„Was ich anderen Trauernden auf den Weg gebe, ist, auf sich zu hören. Mach das, was dir guttut, das ist wichtig. Auf sich soll man hören und nicht auf die anderen.“

Schnell wurde Lydia klar, dass sie diese große Trauer nicht ganz allein bewältigen wollte. Im Internet wurde sie auf eine Trauergruppe des Vereins „Ökumenische Hospizarbeit Rhein-Selz“ in Oppenheim aufmerksam. „Es ist eine Gruppe um die zehn Leute, es gab zwei Betreuer und jeder Abend hatte ein bestimmtes Thema. Es wird über Gefühle gesprochen, wie geht man mit Gedenktagen um und so weiter. Dann wird immer noch eine Geschichte oder ein Gedicht vorgelesen und das tut einfach gut.“

Die Gemeinschaft ließ die Einsamkeit weniger werden und gab Kraft, wieder zurück ins Leben zu finden. „Natürlich wünscht man so etwas niemandem, aber es tut einem selbst gut, zu wissen, die fühlen genauso.“