Sterben im Hospiz: Der Tod gehört zum Leben dazu

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„Der Gast sagt, was er möchte und was er braucht und das ist das Einzige, was entscheidend ist.“ Was einfach klingt, ist in Krankenhäusern nicht selbstverständlich. Deshalb schätzt Patricia Mollnau ihre Arbeit als Krankenschwester im Christophorus-Hospiz in Mainz.

Der Begriff „Gast“ wird hier ganz bewusst verwendet, nicht etwa Patient oder Bewohner. Denn Menschen, die ins Christophorus-Hospiz kommen, sind todkrank und wissen, dass sie hier sterben werden – sie werden nicht geheilt, sie bleiben hier nicht länger, sie sind Gäste.

Mit dem Krebs offen umgehen

Eine von ihnen ist Barbara Reitz. Sie hat Krebs: „Es ist eine Aufopferung für eine Familie, wenn einer schwerkrank ist und um ihnen die Last zu nehmen, geht man beizeiten in so eine Einrichtung, denn dafür sind sie da.“ Was gesunden Menschen weit weg erscheint, war für sie selbstverständlich.

Nicht selbstverständlich ist für Außenstehende sicher auch ihre Sicht auf den Ort, an dem sie sterben wird: „Es ist ein lebensfroher Ort und keiner, wo man sagt, hier komme ich her, mache morgen die Augen zu und Feierabend.“

Der Tod – etwas Natürliches

Der Blick auf die Dinge verschiebt sich, wenn man mit den Menschen hier spricht. Der Tod wird als etwas Natürliches betrachtet und das Leben bekommt ein anderes Gewicht. Hier sind es nicht mehr die großen Dinge, die zählen, sondern die kleinen, denn sie machen die Summe des Lebens aus.

Am 1. Mai 2019 haben Autor Julian Camargo und Kameramann Kai Zinßer den fertigen Film im Hospiz vorgeführt. Fünf Tage später ist Barbara Reitz verstorben. Es war ihr Wunsch, anderen Menschen durch diesen Film zu zeigen, dass ihr letzter Lebensabschnitt im Hospiz kein trauriger und schmerzhafter war.

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