Gardegesichter der Mainzer Fastnacht: Ein Priester und ein Bestatter bei der Mainzer Ranzengarde

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Rieke Spang
Rieke Spang (Foto: SWR)
Julius Bauer
Julius Bauer Vorstellung (Foto: SWR)

Sie wird auch die „Mutter aller Garden“ genannt – als sich die Mainzer Ranzengarde 1837 gründete, war sie die erste Fastnachtskorporation der Stadt. Ignatius Löckemann und Karl-Otto März sind zwei von knapp 800 stolzen Mitgliedern der ältesten Mainzer Garde. Mit Kokolores haben sie abseits der Fastnacht nicht viel zu tun: Ignatius ist Priester und Seelsorger an der Katholischen Hochschulgemeinde in Mainz und Karl-Otto Bestatter in Ingelheim. In der fünften Jahreszeit verwandelt er sich dann aber in „Karl-Otto von März, Oberstleutnant und Erdmöbelkaufmann aus Ur-altem Ingelheimer Holzadel (nur Neuware)“ – exakt so lautet nämlich sein offizieller Name in der Garde. „An Fastnacht sind wir alle ‚von‘“, erklärt er.

Trotz Adelstitel und militärischer Ränge herrscht unter Gardisten allerdings grundlegend Gleichberechtigung. „Alle Narren sind gleich“, heißt es deshalb auch in Artikel 2 des Närrischen Grundgesetzes, auf das die Mainzer Fastnachter am 11.11. feierlich geschworen haben.

„Die Garde ist für mich eine große Familie.“

erzählt Karl-Otto, der auch Mitglied in zahlreichen anderen Fastnachtsvereinen ist. Pfarrer Ignatius ist erst seit einem Jahr in der Ranzengarde. „Ich bin eigentlich Westfale, das verbindet man jetzt nicht unbedingt mit Fastnacht. Ich bin mit dem Kölner Karneval aufgewachsen und als ich dann ins Bistum Mainz gekommen bin, war klar, dass sich das fortsetzen muss.“ Die Ranzengarde war für ihn ein guter Weg, in der neuen Stadt neue Leute kennenzulernen.

„Für mich zählt vor allem das Gesellige und Familiäre und dass wir damit Geschichte lebendig halten.“

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