Kurzgeschichten aus der Elsa: Wambach unter Leuten

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„Die Elsa ist kein Dorf“, sagt Horst Wambach (55), dessen Klingel man unter den über 600 Klingelschildern erst einmal finden muss und der sowieso nicht leicht an die Tür zu bekommen ist. Aber wenn man ihn dann angetroffen hat, erzählt er gerne und sehr literarisch.

„Die Welt sei ohnehin eine unzumutbare Einrichtung, in der es sich, wenn überhaupt, nur zu leben lohne, wenn man sich der Kunst verschreibt.“

So beginnt die Beschreibung von Horst Wambachs Buch "Herr Patocki geht unter Leute", das in vielen Kurzgeschichten das Leben in der Elsa darstellen soll.

Im Jahr 2011 begann alles damit, dass Horst Wambach sich in den Stadtteiltreff Gonsenheim in der Elsa begab und begann für die Stadtteilzeitung zu schreiben. So entstanden 41 Erzählungen über "Herrn Patocki", der aus seiner Einsamkeit und der Anonymität des Hochhauses heraustritt und sich aufmacht, die Menschen der Elsa kennenzulernen. Herr Patocki engagiert sich in der Folge im Stadteiltreff, verliebt sich und tut unbewusst viel Gutes.

Indes tut es Horst Wambach seiner Figur ja eigentlich gleich oder ist es vielleicht andersherum? Einen richtigen Zusammenhang zwischen seiner Person und dem Protagonisten möchte Horst Wambach natürlich nicht verkünden, gibt aber zu bedenken, dass bei jedem Autor ein wenig aus der eigenen Vergangenheit und Gefühlswelt mit in die Bücher einfließt.

Trotz des Buches und dem Kennenlernen vieler Menschen attestiert Horst Wambach der Elsa, wie in seinem Eingangszitat angemerkt, noch keinen Dorfcharakter. Es ist ihm immer noch zu anonym, aber trotzdem ein liebenswerter Ort, um zu leben.

Horst Wambach hat Philosophie, Germanistik und Geschichte studiert. Heute arbeitet er als Schaffner und lebt weiterhin im siebzehnten Stock des Elsa-Hochhauses.



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