Musiker John Allen wünscht sich, dass Menschen weniger auf ihr Handy und mehr in die Augen ihrer Freunde schauen

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AUTOR/IN
Julia Nestlen
Hannah Weiner

„Immer im Jetzt sein, darum geht es mir und dann Lieder drüber schreiben.” Sänger und Songwriter John Allen (34) versucht der digitalen Welt mit Stift und Papier etwas entgegenzusetzen. Deswegen hat er immer ein Notizbuch dabei. „Darin notiere ich mir Sätze, die mir interessant vorkommen.

Wenn ich zum Beispiel interessante Unterhaltungen mitbekomme von Menschen, die eigentlich nicht wollen, dass man mithört, dann schreibe ich das auf. Ich hoffe, dass mir die Begegnungen nicht entgehen. Es passiert so viel um einen rum und wenn man das nicht aufschreibt, dann vergisst man.”

Stift und Papier – für John sicherer als die Festplatte

Das Handgeschriebene hat für John mehr Bedeutung als digitale Daten. „Wenn alles digital ist und dann die Cloud crasht, ist alles verloren. Ich habe auch das Gefühl, Menschen gucken mehr auf Handys als in die Augen ihrer Freunde und Freundinnen. Ich mag das Analoge.”

John Allen hat neun Jahre in Mainz gelebt und dort im Irish Pub seine ersten Gigs gespielt – aber nur mit Sonnenbrille. „Damit die Leute nicht sehen, wie ich gucke”, erinnert er sich. „Ich war scheiße, die Leute fanden mich scheiße.” Heute spielt John in ganz Deutschland Konzerte. Deshalb hat er außer seinem Buch immer ein Plektrum – das Plättchen, zum Gitarrensaiten zupfen – und einen Kapodaster – eine Klemme, um die Tonhöhe der Gitarre zu verändern – dabei.  

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