Staatsfeindin Barbara Große flüchtet aus der DDR nach Mainz

Dauer

„Mir war nicht klar, dass die alles wussten. Jede Kleinigkeit.“ Bärbel Große (70) aus Mainz, wurde in der DDR rund um die Uhr beschattet, 3.000 Seiten hat die Stasi über sie angelegt. Schließlich wurde sie nach sechs Monaten Untersuchungshaft zu 30 Monaten Zuchthaus verurteilt. Der Grund: Landesverräterische Agententätigkeit. Und auf gut Deutsch? Sie wollte einfach nur ausreisen und hat deshalb immer wieder Anträge gestellt und die deutsche Botschaft besucht. Das reichte der DDR-Führung für eine Verurteilung. Im Gefängnis teilte sie sich die Zelle mit sechs weiteren politischen Gefangenen und 12 Kindsmördern. Die Erlösung kam aus dem Westen. Nach 15 Monaten durfte sie freigekauft werden und das tat die BRD auch. Schließlich landete Bärbel in Gießen und entschied sich, nach Mainz zu ziehen. Durch die Fernsehfastnacht wusste sie, dass die Meenzer ein lustiges Völkchen sind. Zurück nach Leipzig wollte sie auch nach der Wende nie:

„Ne, die ganzen Stasi-Leute und die ganzen hohen Genossen von der Partei, die wohnen ja noch dort und nicht mit einem von denen will ich noch in der gleichen Stadt wohnen.“

Heute bezeichnet sich die glückliche Hörfunktechnikerin im Ruhestand sogar als „Meenzer Mädche“.

„Jeden Tag sage ich mir: Es war die richtige Entscheidung. Ich denke da noch sehr oft dran.“

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