Janka Arens hatte viel Glück im Leben und wollte etwas zurückgeben – sie nimmt ein Pflegekind auf

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„Im Grunde ist es reiner Zufall, wo man geboren wird. Wenn man eher gut situiert aufwächst und bildungstechnisch gefördert wird, kann man einen sehr glatten Durchlauf haben. So war das bei mir und meiner Familie. Das habe ich als sehr privilegiert empfunden.“

Janka Arens ist Mitte vierzig, verheiratet, hat zwei Töchter und arbeitet als Journalistin. Als sie beruflich zu Kinderarmut und benachteiligten Kindern in Deutschland recherchiert, wird sie nachdenklich.

„Wenn man da erstmal eingetaucht ist und sieht, in welchen Lebenssituationen diese Kinder sind und nichts dafürkönnen. Da gab‘s für mich kein Zurück mehr.“

Sie nimmt Kontakt zum Jugendamt auf und bewirbt sich um eine Pflegeelternschaft. Der Bedarf an Pflegeeltern ist, im Gegensatz zu Adoptiveltern, sehr hoch. Pflegeeltern sind verpflichtet, Kontakt zu den leiblichen Eltern zu halten, was mitunter schwierig sein kann. Deshalb muss Janka Arens auch erstmal ihren Mann und ihr Umfeld überzeugen.

„Meine Schwiegereltern haben sehr deutlich gefragt, warum das jetzt noch sein müsse: Wir arbeiten beide, haben zwei Kinder – reicht das nicht? Aber genau das war es ja: Es war eben alles so gut und so leicht, meine Töchter waren aus dem Gröbsten raus. Ich hatte das Bedürfnis, mich auch noch anders einzubringen. Weil ich viel Glück hatte im Leben und alles so gut gelaufen ist, dass ich dachte: Ich möchte auch irgendwas zurückgeben.“