Im falschen Körper: Transmann Nick will endlich glücklich werden

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„Ich möchte mir manchmal das Fleisch von den Knochen reißen, weil ich es so widerlich finde, an mir runterschauen zu müssen.“

Nick aus Mainz ist 16, als er das sagt. Augenscheinlich ist er ein Junge – aber er ist im Körper einer Frau geboren. Er selbst definiert sich als „Transmann“. Im Alltag tut er damals noch alles, um nicht für ein Mädchen gehalten zu werden, spricht tiefer und achtet extrem auf seine Körperhaltung. Die Pubertät war ein Schock für ihn:

„Als meine Brüste anfingen zu wachsen, fand ich das ganz merkwürdig.“

Erst kämpft er mit Depressionen, dann aber lernt Nick andere kennen, die ähnlich empfinden wie er, und er beginnt, seinen „Transweg“ zu gehen. Er outet sich vor Freunden und der Familie, sein Mädchenname wird tabu. Nick geht zu Ärzten, Psychologen und Ämtern und fängt an, das männliche Hormon Testosteron zu nehmen. Er hat ein klares Ziel: eine geschlechtsangleichende Operation, um auch äußerlich endlich so aussehen, wie er sich innerlich schon immer fühlt. Ein großer und auch unumkehrbarer Eingriff: Brüste und Gebärmutter werden entfernt, ein Penis nachgebildet. Aber Nick ist sich sicher:

„Ich muss diese OP machen, um ein Leben zu haben, was lebenswert ist.“

Seine Eltern unterstützen ihn im Kampf mit der Krankenkasse, bis sie die teure Operation übernimmt. Sie ist für Nick zwar schmerzhaft, verläuft aber erfolgreich und ohne Komplikationen. „Ich werde mein Leben lang meine Narben sehen. Deswegen wird es niemals einen Tag geben, an dem ich nicht irgendwie über das Thema nachdenke.“ Doch das Verstellen hat nun ein Ende.

„Ich kann das erste Mal seit zehn Jahren sagen, dass ich einfach glücklich bin.“