'Fridays for Future' in Mainz: "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut!"

'Fridays for Future' in Mainz: "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut!"

Abiturient Maurice ist Mitorganisator der Fridays for Future Demo in Mainz. (Foto: SWR)
Abiturient Maurice ist Mitorganisator der Fridays for Future Demo in Mainz.
Als Mitorganisator trägt Maurice auch Verantwortung für die Veranstaltung.
Die Route der 'Fridays for Future' Demo führt durch die Mainzer Innenstadt und an Schulen vorbei.
Schüler laufen auf der 'Fridays for Future'-Demo in Mainz durch die Innenstadt.
Tayla besucht die 12. Klasse eines Wiesbadener Gymnasiums und ist der Meinung: „Wäre die Welt eine Bank, dann wäre sie schon längst gerettet."
Schüler laufen mit erhobenen Schildern durch die Mainzer Innenstadt.
Tayla und Zoe sind extra von Wiesbaden nach Mainz gekommen. Den verpassten Unterricht holen sie in ihrer Freizeit nach.
Zoe liegt auch das Überleben der Eisbären am Herzen.
Die Demonstranten sorgen sich vor allem um das Fortbestehen unseres Planeten.
Die 'Fridays for Future'-Demo findet bereits zum zweiten Mal in Mainz statt.
Den Schülerinnen und Schülern geht es um die eigene Zukunft.
Das Ende Energiegewinnung durch Kohlverbrennung ist den Schülern ein großes Anliegen.
Lucia ist Schülersprecherin und besucht die 11. Klasse eines Mainzer Gymnasiums.
Auch Lucia liegt der Kohleausstieg sehr am Herzen.
Lucia hält eine Rede vor allen Demonstrationsteilnehmern und - teilnehmerinnen.
Die Schülerinnen und Schüler hören Lucia gespannt zu.
Alexandra spricht bei der Auftaktkundgebung am Mainzer Hauptbahnhof zu den Demonstranten.
"Wir machen blau." - Der Spruch bezieht sich natürlich auf den blauen Planeten und seinen Erhalt.
Vor der CDU-Zentrale in Mainz wird angehalten und die Botschaft laut vermittelt.
Manches Plakat spielt auch mit überspitzen Andeutungen.
"Make the world great again" - ist Alexandras Leitspruch.
Alex und Anton sind extra aus Ingelheim angereißt. Sie fürchten die Klimafolgen in 30 Jahren.
Maurice gibt Sprechchöre an die Demonstrationsteilnehmer durch.
Als Mitorganisator stimmt sich Maurice immer wieder mit der begleitenden Polizei ab.

Maurice - Abiturient und Mitorganisator der Demonstration aus Mainz

„2038 ist zu wenig, zu wenig für uns, zu wenig für die Erde.“

„Ich mache das, weil wir als Generation an einem Punkt angelangt sind, an dem wir nicht nur noch reden können. Es muss was passieren. Heute waren wir 900 Leute beim letzten Mal 1.600. Das liegt daran, dass wir gerade mitten in der Klausurphase sind. Ich habe gestern sechs Stunden Vorabitur in Deutsch geschrieben. Da ist für viele die Luft nicht da. Wir haben noch eine Demo im März, da kommen sicher zwei- bis dreimal so viele. Wir streiken so lange weiter, bis ihr was macht. Und 2038 ist keine Lösung. Und so lange sich nichts ändert, werden wir auf die Straße gehen.“

Tayla und Zoe – 12. Klasse aus Wiesbaden

„Wäre die Welt eine Bank, dann wäre sie schon längst gerettet. Genau nach dem Motto leben wir: Dass wir die Welt retten wollen, wie die Banken in der Bankenkrise.“

„Wir sind grundsätzlich hier, weil der Klimawandel uns alle betrifft. Es ist Schwachsinn, wenn Leute sagen, dass wir die Schule schwänzen. Warum sollen wir das Bildungssystem weiterverfolgen, wenn wir uns später gar keine Zukunft darauf aufbauen können, weil die Zukunft dann nicht mehr vorhanden ist? Für uns ist es ja auch nicht schön, Unterricht zu verpassen, weil wir alles nachholen müssen. Aber es ist uns wichtig genug, dass wir uns in unserer Freizeit hinsetzen und alles nachholen. Wenn wir einfach nur schwänzen wollten, würden wir zu Hause sitzen und uns nicht hier hinstellen. Das ist uns echt ein Anliegen.“

Lucia Wagner, Schülersprecherin – 11. Klasse aus Mainz 

„Es geht darum, die Welt aufzurütteln und zum Handeln zu bewegen.“

„Die Schule hat einen Bildungsauftrag und ich finde, das hier ist auch eine Form der Bildung. Wir sollen zu Erwachsenen erzogen werden, die sich für ihre Interessen und die Welt einsetzen, sich sorgen und kümmern. Das gelingt hier an einem Freitag teilweise besser als in einer Stunde Latein. Ich finde es traurig, dass sich tatsächlich alles um Geld dreht. Gerade, dass die älteren Menschen entscheiden, die nicht mehr damit leben müssen, anstatt mal ein bisschen an uns zu denken, an die Kinder.“ 

Alexandra – Abiturientin aus Mainz  

„Make the world great again.”

Ich finde es wichtig, gerade jetzt auf die Straße zu gehen, weil wir jetzt noch handeln können. Solange wir unter der zwei Grad Grenze bleiben, können wir die Welt noch gestalten. Jeder muss schauen, dass er weniger Fleisch isst, möglichst klimagerecht reist und in der Politik einsetzt. Wir haben eine Demokratie, das Recht ist beim Volk. Das heißt, wir können fordern, dass die Energiewende schneller geschieht.“ 

Alex (Abiturient) und Anton (12. Klasse) aus Ingelheim

„Wenn sich jetzt nichts ändert, dann werden wir in 30, 40, 50 Jahren die gravierenden Folgen sehen.“

„Das Problem ist, dass es surreal ist. Wenn ich heute meinen Arbeitsplatz verliere, ist der weg. Aber wenn sich in 30 Jahren das Klima krass verändert, sieht das jetzt noch keiner. Und in 30 Jahren ist es leider zu spät. Es braucht eine ganz klare Kehrtwende in der Klimapolitik. Ein Umdenken bei der Bevölkerung. Wir brauchen keine drei Autos. Wir müssen nicht zwei Mal im Jahr in den Urlaub fliegen. Das ging früher auch.“