Ex-Rocker Carlo Riva: Ein Aussteiger erzählt von der Zeit in der Motorradgang

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„Wenn du einen wirklich guten Freund hast und der stirbt, indem er erschossen, erdolcht oder totgeschlagen wird, dann geht das sehr unter die Haut.“

„Ich bin ausgestiegen, weil ich eingesehen habe, dass das nicht mehr der richtige Weg war.“ In seinen zwölf Jahren unter Rockern hat Carlo viel erlebt. Mit 18 Jahren tritt er in den ersten Motorrad-Club ein. 1978 gründet er die Ghost Riders MC und wurde später auch President.

Die Szene war, wie heute auch noch, geprägt durch Gewalt und Rivalitäten. „Der Club sollte anders sein, als die anderen. War er auch, aber das Problem war, dass die anderen nicht viel besser wurden. Und dann mussten wir zu Mitteln greifen, zu denen wir nie greifen wollten.“ Viele Clubs gelten als kriminell und finanzieren sich durch Straftaten. Auch Carlo hat Straftaten begannen und wurde vor Gericht verurteilt.

„Ich fing an, über mein Leben überhaupt mal nachzudenken und fragte mich, ob das der Sinn des Lebens sein kann. Die Maschine, die Kumpels, die Partys. Ich fing dann an darüber nachzudenken, was es noch gibt.“

Die Bibel gab Carlo Halt und in der Gemeinde fand er ein neues Umfeld. „Der Glaube gibt mir alles, er gibt mir Stärke, wenn ich schwach bin, trägt und hält mich, wenn ich Trost brauche. Ich bete zu Gott und er schenkt mir das.“ In seinem neuen Leben arbeitet der Wormser im Stadtrat und ist im Beirat für Migration und Integration auf Landes- und Bundesebene.

„Ich teile den Traum von Dr. Martin Luther King, denn als Stadtrat ist es mir so wichtig, dass Menschen, nicht nur in Worms, sondern überall auf dieser Welt, zueinander finden. Das wir die Menschen nicht nach ihrer Rasse, Hautfarbe, Herkunft oder Religion beurteilen und vor allem Dingen verurteilen.“