Mr. Gay Germany: Mehr als nur ein Schönheitswettbewerb

Mr. Gay Germany: Mehr als nur ein Schönheitswettbewerb

Mr. Gay Germany Enrique Doleschy (Foto: SWR)
Enrique Doleschy - Mr. Gay Germany

„Ich möchte, dass sich die Leute daran erinnern, dass ich etwas bewirkt habe und nicht daran, dass ich in Badehose aufgetreten bin.“ Enrique Doleschy (29) hat einen Fulltime-Job als Finanzberater und ein Fulltime-Ehrenamt als amtierender Mr. Gay Germany. Diesen Titel nutzt der Mainzer um soziale Projekte innerhalb der schwul-lesbischen Community anzustoßen.

„Die meisten denken, das sei ein reiner Schönheitswettbewerb, aber ich habe wegen meiner Kampagne gewonnen und darauf bin ich stolz! Alles andere ist nebensächlich und von mir aus, könnte man den Teil mit der Badehose auch weglassen.“

Beworben hatte sich Enrique mit einem Projekt zum Thema Outing im Alter und Generationenkonflikte in der Community. Schon seit seiner Jugend engagiert er sich in sozialen Projekten und in der Kinder- und Jugendarbeit. Zivilcourage und Gerechtigkeit sind ihm wichtig. „Das fängt bei kleinen Dingen an, wie nicht wegzuschauen, sondern aufzustehen, wenn im Bus jemand diskriminiert wird. Das ist unser aller Pflicht.“ Deshalb ist er auch beim IDAHOBIT (Internationaler Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie) dabei. Auch um für Menschen ein Zeichen zu setzen, die nicht so offen leben und demonstrieren können.

„Wir können uns nicht darauf ausruhen, dass es hier schon ganz nett ist. Das ist wie bei den Frauenrechten: Was heute als selbstverständlich erscheint, war ein sehr langer Prozess.“

Enrique will so lange weitermachen, bis Homo-, Bi-, Inter- und Transsexualität Normalität ist. „Man muss den Leuten damit so lange auf den Zeiger gehen, bis wir es ALLE verinnerlicht haben. Und ich nehme mich da selbst nicht aus. Jeder hat Vorurteile und es ist nicht leicht, sie einfach abzustellen. Aber deshalb müssen wir alle daran arbeiten.“

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