Alexender Adams Domschweizer in Mainz (Foto: SWR)

Alexander Adams – als Domschweizer für Ruhe und Ordnung im Mainzer Dom zuständig

AUTOR/IN

„Wir sind die älteste Garde in Mainz“, sagt Alexander Adams mit Stolz. Aber diese Garde hat nichts mit Fastnacht zu tun, sondern mit einer anderen Mainzer Herzensangelegenheit: dem Mainzer Dom. Als sogenannter Domschweizer sorgt er ehrenamtlich für Ruhe und Ordnung.

Zum Dom gekommen ist der gebürtige Ostfriese aber doch über die Fastnacht. Der Vorsitzende der “Finther Schoppesänger“ – bei denen Alexander Adams sang – organisiert auch die Domschweizer.

„Als Domwächter gesucht wurden, haben sich vier Schoppesänger bereit erklärt.“

Das war vor vier Jahren. Mittlerweile sind die Einsätze für den 47-jährigen Routine. Auch wenn ihn französische Touristen manchmal für ein Napoleon-Double halten, bleibt er gelassen.  „Die Domschweizer sind nämlich tatsächlich während der französischen Besatzung von Mainz Ende des 18. Jahrhunderts entstanden“, erklärt der 47-Jährige, „und zwar weil die Besatzer sich nicht benommen haben.“ 

Zeitweise nutzten sie den Dom als Pferdestall. Das gefiel den katholischen Mainzern gar nicht. Die Geburtsstunde der Domschweizer; entstanden in Anlehnung an die Schweizergarde des Vatikans, aber mit französischer angehauchter Uniform.

„Ab da flog jeder raus, der sich nicht benehmen konnte.“

Heute sorgen die Domschweizer während der Gottesdienste dafür, dass die Gottesdienstbesucher nicht gestört werden. Touristen müssen dann draußen bleiben. Grundsätzlich sind natürlich auch keine Haustiere erlaubt; auch der Besuch mit Bratwurst oder Weinschoppen in der Hand ist verboten. „Der Dom ist eben in erster Linie ein Gotteshaus und kein Museum“, sagt Adams. Richtig Ärger gab es aber noch nie. „Meist wirkt schon unsere Erscheinung in Uniform Respekt einflößend.“ 

ONLINEFASSUNG
STAND
AUTOR/IN