Hobbyfunker Martin funkt aus Mainz in die Welt (Foto: SWR)

Weltweit verbunden - Martin morst und funkt als Amateurfunker von Mainz in die Welt

Weltweit verbunden - Martin morst und funkt als Amateurfunker von Mainz in die Welt

„Oben ist die Verbindung am besten, nah bei den Antennen!“ Amateurfunker Martin Müller-Runte aus Mainz-Gonsenheim steigt die Holzleiter in seinen Dachboden hoch. „Als mein Schwiegervater gestorben ist, hat er mir seine Funkausrüstung vermacht. Ich bin eigentlich Musiker aber physikalisch-technische Zusammenhänge haben mich schon immer fasziniert. Und schließlich sind die Antennen ein bisschen wie ein Instrument, die müssen fein abgestimmt werden.“

Martin dreht an einem Rädchen. Zwischen Rauschen und Piepsen dringen immer wieder verzerrte Stimmen durch. Dann findet er eine Frequenz. „CQ, CQ!“ – ein Rufkürzel. Mit russischen Akzent kommt die Antwort: „Hello my friend, good afternoon!“ Die Funker freuen sich über die gute Verbindung und tauschen technische Daten aus.

„Man nimmt einfach höflich Kontakt auf, es spielt keine Rolle, woher man ist.“

Wer nicht spricht, der piepst Morsezeichen. „Das muss ich noch üben, aber einiges verstehe ich. Der hat gerade TU 599 gemorst. TU, das ist ,you‘ und die 599, das ist eine Abkürzung für eine gute Verbindung. Und CUAGN heißt ,see you again‘, da würde einem ja der Arm abfallen, wenn man das alles ausschreibt - wie Chatsprache, Hauptsache kurz!“

Natürlich könnte er auch mit dem Handy telefonieren, „aber wenn ich weiß, die Welle ist von mir berechnet und in den Himmel gegangen und wieder runter, dann bin ich innerlich verbunden. Ein Highlight war für mich ein Gespräch nach Cuba. Ich bin in Südamerika geboren und das war schon ein ganz besonderes Gefühl.“ Er holt einen Stapel Postkarten hervor. „Nach einer Verbindung schickt man sich eine Postkarte, wer mit mir funkt, bekommt eine mit Mainzmotiv zugeschickt.“

Amateurfunk verbindet weltweit und auch in Mainz treffen sie sich jede Woche zum Stammtisch. Zum Abschied heißt es dann - wie auf der ganzen Welt - „73!“