Corona und die Psyche: Wir haben Tipps vom Profi für Familien, Singles und Menschen mit Angst

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Julian Camargo Krauskopf
Heimat RP (Foto: SWR, Foto von Simon Zimbardo.)

5 Tipps gegen Angst vor Corona

Angst. Eigentlich ist sie dafür da, uns zu schützen aber wenn sie überhandnimmt, schadet sie uns. Gerade jetzt, wo viele zuhause festsitzen, gibt es viel Zeit, in sich reinzuhorchen und immer wieder ins Grübeln zu kommen. Der Psychologe Olaf Jacobsen-Vollmer gibt uns fünf Tipps, damit umzugehen.

1.  Akzeptieren. Wenn wir die unrealistische Erwartung haben, nie Angst zu haben, werden wir nur enttäuscht werden, da eine gewisse Angst der Situation innewohnt.

2. Schreiben. Wenn wir unsere Gefühle aufschreiben, können wir sie besser loslassen.

3. Medien. Sich regelmäßig informieren ja, aber rund um die Uhr jede Nachricht verfolgen nein.

4. Atmen. Sollte sich eine Panikattacke breit machen, kurz innehalten und ruhig atmen. Der Feind der Panik sind ruhiges Atmen und körperliche Entspannung.

5. Hilfe. Sollten die Ängste Überhand nehmen, melde dich telefonisch bei Beratungsstellen.

5 Tipps: Zuhause mit der ganzen Familie

Auf der einen Seite steht Social Distancing, auf der anderen Seite sind viele von uns 24 Stunden mit den gleichen Menschen zusammen zuhause. Das ist nicht immer einfach. Hier sind fünf Tipps, um erfolgreich miteinander auszukommen:

1.  Struktur. Schule und Arbeit beginnen morgens, Freizeit abends. Tagesabläufe wie vor der Krise geben uns Sicherheit.

2. Freiraum. Nimm dir Zeit auch mal für dich selbst, du musst nicht 24 Stunden für andere da sein.

3. Reden. Sprich mit deiner Familie oder Mitbewohnern ab, wann jeder Zeit für sich hat, wann Hausarbeiten gemacht werden, etc.

4. Konflikte. Arbeite an deinen Erwartungen. Konflikte gehören dazu, sind normal und nicht schlimm. Klärt schon im Vorfeld, wie ihr mit Streit umgehen wollt.

5. Rückzug. Wenn es jemandem zu viel wird, sollte man das respektieren und nicht alles sofort klären wollen. Außerdem solltest du deinem Gegenüber keinen bösen Willen unterstellen. Der Konflikt ist vermutlich der Situation geschuldet und nicht euch als Menschen

5 Tipps gegen den Lagerkoller zuhause

Im Homeoffice muss man sich nicht duschen und kann sich im Schlafanzug an den Rechner setzen, stimmts? Was vielleicht ein paar Tage entspannt funktioniert, wird aber schnell zur Falle. Wie kann man es schaffen, nur noch zuhause zu sein, ohne den Verstand zu verlieren. Fünf Tipps.

1.  Dresscode. Mach dich morgens fertig und ziehe dich an, wie du es auch normalerweise tun würdest und beginne deine gewohnte Tagesstruktur.

2. Projekte. Nur Netflix und Snacks? Macht nicht glücklich. Gib dir eine Aufgabe: Etwas Musisches, Gestalterisches, irgendetwas, was dich begeistert.

3. Kontakte. Auch per Videoanruf kann man sich mit Freunden verabreden. Wenn du feste Termine hast, kannst du dich den Tag über auf etwas freuen und deine Gefühle mit jemandem teilen.

4. Sport. Gut und wichtig für Körper und Seele.

5. Belohnung. Tu dir was Gutes. Koch auch allein was Schönes, schau ein Konzert im Netz an und auch wenn es etwas kostet, gönne dir mal etwas, worauf du Lust hast.

Zur Person

Dass ihm die Arbeit mit Menschen liegt, bemerkte Olaf Jacobsen-Vollmer bereits im Zivildienst. Danach begann er eine Krankenpflegeausbildung, bis er merkte, dass er sich gerne tiefer und vor allem theoretischer mit der menschlichen Psyche beschäftigen würde. Heute leitet der Diplompsychologe die evangelische psychologische Beratungsstelle. An seiner Arbeit schätzt er vor allem die Vielseitigkeit: „Meine Themen sind sehr breit. Ich arbeite direkt am Menschen, mit ganzen Familien, mit einzelnen Personen, mache Paarentwicklung aber auch Fortbildung und die Arbeit in Gremien.“ Obwohl er bei seinem Beruf teilweise schweren Schicksalen und Situationen begegnet, schafft er es, die Sorgen anderer nicht mit nach Hause zu nehmen: „Ich bringe mich zwar als Mensch empathisch in jede Sitzung ein, aber mein Privatleben lasse ich außenvor. Man lernt, einen gewissen Abstand zu nehmen.“

Während der Coronakrise stehen er und sein Team telefonisch zur Verfügung. Meldet euch bei Bedarf unter der Telefonnummer 06131/965540.

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