„Ich will die Welt sehen, so lange ich sie noch sehen kann“

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Bernd Schmitt
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Stefanie Zohm
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„Ich denke, dass ich in einem Berg Schlechtem, immer noch einen Krümel Positives sehe.“ (Mathias, 32, wird bald erblinden)

Er ist ein glühender Fan des 1. FC Kaiserslautern und produziert wöchentlich Filme über seinen geliebten Fußball-Verein auf seinem YouTube-Kanal „Matzes daily Madness“. Ausgestattet mit Drohne und Kamera, wird das Wohnzimmer zum Fernsehstudio umgebaut. In der Corona-Zeit hat er während der FCK-Spiele sogar einen Live-Stream von Zuhause angeboten, er saß mit seiner Frau vor der Kamera und diskutierte mit anderen Fans im Chat.

Mehr als tausend FCK-Freunde schalteten sich zu. Und erfuhren auch auf diesem Wege, dass Mathias mit einem schweren Schicksalsschlag leben muss: Eine ganz seltene, unheilbare Krankheit zerstört seine Netzhaut im Auge. Ganze vier Prozent Sehfähigkeit sind ihm geblieben. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er gar nichts mehr sieht. 

Bevor das Augenlicht komplett schwindet

Diese verbleibende Zeit will er nutzen. Mit seiner Frau Anne Kathrin ist Mathias jede freie Minute auf Reisen. „Ich will die Welt sehen, so lange ich sie noch sehen kann“. Der Norden hat es ihm angetan: auf einem Eisbrecher in Schweden, auf einem Hundeschlitten durch Finnland, die Nordlichter.

Sehen, das ist aber ohnehin schon relativ. Seine Netzhaut hat quasi nur noch ein paar kleine Gucklöcher. Fußball-Spiele im Fritz-Walter-Stadion kann er optisch kaum noch wahrnehmen, sieht grade noch so das Tor von seinem Stammplatz in der Westkurve. „Dort im Block 8.1. werde ich immer stehen“, sagt Mathias, „auch wenn ich dann vollblind bin.“

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