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„Solange ich den Faden in die Nadel kriege, solange will ich weiterarbeiten.“

In Rodalben in der Westpfalz gab es mal mehrere Dutzend Schuhfabriken. Doch nach und nach hat jede dicht gemacht, bis auf eine: Dort produziert Johannes (75) Kinderschuhe in Handarbeit. Selbst um den Vertrieb über Telefon und Internet und den Postversand kümmert er sich.

Johannes Kunden sind in der Regel Familien, in denen die Kinder in einem Schuhladen sonst nicht fündig werden würden, weil sie in die genormten Schuhe nicht passen. In der Rodalbkinder Schuhfabrik aber bekommt jeder ein passendes Paar.

Früher war die Schuhfabrik noch nicht auf bestimmte Schuhe spezialisiert. Johannes Vater hatte den Betrieb gegründet. Später hatte Johannes ihn zusammen mit seinem Bruder übernommen. Er war der Kaufmann und sein Bruder der Handwerker. In ihren besten Zeiten hatten sie 25 Mitarbeiter*innen und haben täglich oft hunderte Schuhe verkauft. Doch nach und nach hat sich der Markt verändert. Die eigenständigen Schuhfabriken im ganzen Ort verschwanden. Und als sein Bruder 2004 den Betrieb verließ, musste Johannes sich entscheiden, ob er das Geschäft ganz aufgeben oder weitermachen wollte. Er hat sich fürs Weitermachen entschieden und sich mit 58 Jahren Stück für Stück in das Handwerk reingearbeitet. Mit seiner Nische als Schuhmacher für besondere Kinderfüße hält er den Laden seitdem am Leben.

Seine Schuhe verkauft er heute an alle möglichen Orte. Nicht nur in Deutschland, auch nach Shanghai und auf die Philippinen sind seine Schuhe schon mitgenommen worden. Eine Familie kam extra aus der Schweiz angereist. Normalerweise nimmt er aber die Bestellungen einfach über das Telefon an. Dafür braucht er nur die Fußlänge und Ballenbreite.

„Jeder Schuh wird anders gemacht. Der Kunde hat das Problem, der Kunde hat das Problem und da sage ich: ‚Das ist kein Problem, das machen wir‘.“

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