Tristan Brandt ist jüngster Zwei-Sterne Koch Deutschlands und noch lange nicht am Ziel

Dauer

Wenn der „Chef du Cuisine“ Tristan Brandt das „Opus V“ in der sechsten Etage des Mannheimer Modehauses Engelhorn betritt, ist er auf seiner großen Bühne angekommen. Der 34-Jähige ist seit 2015 Deutschlands jüngster Zwei-Sterne-Koch und managt 135 Mitarbeiter in neun gastronomischen Betrieben. Dabei hat auch er einmal klein angefangen.

„Die erste Berührung mit der Küche war zu Hause bei meiner Mutter. Mit ihr habe ich immer am Herd gestanden.“

Als er mit zwölf Jahren die Geburtstagsgäste seiner Mutter bekocht, waren alle beeindruckt.


Vom elterlichen Herd in Roth bei Stromberg ging es dann schnell hinaus in die weite Welt: Er kochte unter den Augen von Manfred Schwarz und Harald Wohlfahrt, bei Jean-Georges Klein im Elsass und bei Stefan Stiller in Shanghai. Seit 2013 verzaubert er die Gäste im eigenen Restaurant „Opus V“, das er ganz nach seinen Ideen gestaltet hat.

„Es ist natürlich toll, wenn man das Team so mitreißen kann, dass sie den Weg mitgehen. Und dass es dann drei Jahre nach der Eröffnung den zweiten Stern gibt, ist umso schöner.“


Zu Hause kocht Tristan Brandt weniger pompös. „Wenn Freunde zu Besuch kommen gibt es immer einfache Sachen. Wenn ich anfangen würde, wie im Opus V zu kochen, dann wären die Leute schnell enttäuscht, weil es zu Hause nicht ansatzweise so umsetzbar ist, wie in der Profiküche.“ Die einfachen Gerichte von Zuhause haben aber auch einen Platz in seiner Sterneküche gefunden. „Bei meiner Mutter habe ich gerne Milchreis mit Zimt und Zucker gegessen, das gab es fast jeden Sonntag. Und das habe ich hier auch schon auf der Karte gehabt, aber auf meine Art.“