Sexpuppenbordell in Speyer – Fetisch oder Gefahr?

Dauer

Sexpuppen haben keine Gefühle, sagt Raphael, der Betreiber eines Sexpuppenbordells in Speyer. Die Nutzer der „Sexdolls“ hingegen schon. „Hier will jeder mit seiner Sexualität alleine sein, einfach seine Ruhe haben“, sagt Raphael über seine Kunden. Einige haben wohl nur einen Fetisch, andere vielleicht Berührungsängste zu einer Prostituierten zu gehen.

In Foren und den sozialen Medien wird aber auch kritisiert, dass realistische Vergewaltigungsszenen nachgestellt werden könnten oder Frauen als Objekte abgestellt werden. Raphael widerspricht dem: „Ich würde auch eine männliche Puppe anbieten.“ Den Kunden gehe es wohl darum, dass man sich keine Gedanken machen müsse, worauf eine Frau Lust habe.

„Man kann sich eine halbe Stunde den Brüsten der Frau widmen, ohne dass sich diese denkt: Der hat doch einen an der Waffel.“

Und die Puppe könne ja sogar als Ventil für brutalere Fantasien dienen, erläutert der 32-Jährige weiter. Trotzdem: „Die Kunden dürfen die Puppe nicht kaputt machen.“

Expertenmeinung:

Vor einem Pauschalurteil warnt auch der Mainzer Sozialpsychologe Dr. Alexander Schmidt. Wer Sex mit einer Puppe habe, sei nicht gleich ein potenzieller Straftäter. Manch einer habe zum Beispiel Angst vor sexueller Zurückweisung und suche sich daher seine sexuelle Befriedigung bei einer "Sexdoll". Die Gründe seien vielfältig, könnten aber schnell in einen Bereich rutschen, bei dem sich die Gesellschaft Sorgen mache. "Etwa bei Gewaltausübung oder sadistischen Vorstellungen", sagt Schmidt. Es gebe zwar die Theorie, falls jemand durch Ausüben einer Fantasie immer zur Befriedigung gelange – also in diesem Fall zum Orgasmus komme – möchte er dies öfter erleben. "Die Reaktionen eines Menschen verändern sich. Er generalisiert den Akt", erläutert der Sozialpsychologe. Das aber wiederum darauf zu übertragen, dass Gewalt gegen Puppen Straftaten begünstigte, sei ein Fehler.

Was denkt ihr, Fetisch oder gefährliche Praxis?