Kaiserslautern strickt Wollmützen und Schaals für Obdachlose

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„Stricken ist das moderne Yoga. Wir haben viele Kunden, auch Männer, die stricken. Es sind sogar Ärzte dabei, die das nachts zur Entspannung machen, wenn sie Dienst haben.“

Die 75-jährige Heidi Kowalski ist mit der Wolle groß geworden und betreibt seit 42 Jahren ein Wollgeschäft in Kaiserslautern. Schon vor ihrer Einschulung konnte sie stricken. Das war überlebenswichtig, da ihre Mutter die sechs Kinder alleine großziehen musste. Umso größer war ihre Bereitschaft, auch anderen Menschen zu helfen.

„Es war eine spontane Idee. Wir hatten dieses Jahr eigentlich schon viel Pech gehabt, da wir zwei Mal bei uns im Lager Hochwasser hatten. Da mussten wir jede Menge Wolle wegschmeißen. Und jetzt dachten wir, wir machen mal was Gutes.“

Die Erlebnisse haben Heidi und ihre Tochter Susanne dazu veranlasst, Obdachlosen zu helfen, die es in der Winterzeit nicht so warm haben. „Wir wollen den Leuten helfen, die die Hilfe auch nötig haben.“

Hundert ihrer Kundinnen haben Schals und Mützen mit der von Heidi gespendeten Wolle gestrickt. „Insgesamt haben wir 1000 Wollknäuel gespendet, das sind dann 10.000 Meter Wolle, die gestrickt wurden.“ Mutter und Tochter haben die gesammelten Strickwaren nun an Bedürftige übergeben.

„Ich sage immer, jede Masche mit Liebe gestrickt.“