Brennpunktviertel Bayreuther Straße in Ludwigshafen

Brennpunktviertel Bayreuther Straße in Ludwigshafen

"Wir sind ein richtig vergessenes Viertel. Wir gehören zu den Armen", sagt Manuela Maillet (44).

Die gelernte Hauswirtschaftshelferin und alleinerziehende Mutter lebt seit mehr als 40 Jahren in den Wohnblocks der Bayreuther Straße in Ludwigshafen. Das Viertel gilt als sozialer Brennpunkt. „Die letzten zehn, fünfzehn Jahre ist hier nichts gemacht worden. Wir wünschen uns Heizungen. Wir leben noch mit Heizöl." Die Wohnungen hier besitzen noch einzelne kleine Öfen, die von Hand gefüllt werden müssen.

Das Öl gibt es beim Hausmeister. "Wir müssen alle zwei Tage zwei Kannen Öl holen damit die Wohnung warm ist. Und jetzt mit den Jahren wird das Schleppen schwerer." Eine Kanne fasst zehn Liter und kostet zehn Euro. Manuela hat ihre vier Kinder hier großgezogen. "Ich kann mich nicht beschweren, alle machen etwas aus sich.“ Eine Tochter macht gerade Abitur, ein Sohn lernt Straßenbauer, der Andere arbeitet im Getränkehandel. Nur eine Tochter hat gerade ihre Lehre unterbrochen. Sie hat Zwillinge bekommen.

Für Manuela ist klar: "Es liegt nicht an der Gegend, sondern daran, was man aus sich macht“, sagt sie stolz. Sie ist hier aufgewachsen. Das ist ihre Heimat. Sie liebt die Freiheit hier: "Man kann hier einfach grillen, die Enkelkinder können spielen, ohne dass was passiert, ohne dass ein Auto reinkommt. Das ist wie Familie. Hier kennt jeder jeden." Der glücklichste Moment in ihrem Leben war, als ihre Enkelkinder zur Welt kamen. "Das ist das Schönste, was einer Mutter passieren kann. Oma, Oma, Oma."

Früher hat Manuela als Malerin und Lackiererin gearbeitet, das hat ihr Spaß gemacht. Aber den Beruf musste sie aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Sie ist putzen gegangen, hat in der Küche gearbeitet. "Viele Sachen hab ich schon gemacht. Aber wir sind arm im Endeffekt. Ich kann nicht jeden Tag in die Stadt gehen oder in die Pizzeria." Vom Amt bekommt sie 190 Euro Aufstockung. "Das muss reichen."

Einen Traum hat sie: "Dass alle gesund bleiben. Das ist das Wichtigste auf der Welt. Für mich auf jeden Fall."


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