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Michèle Kraft (Foto: SWR)
Junge Frau in schwarzer Winterjacke vor einem Hauseingang mit dem Schild „Haltepunkt Frauen“ (Foto: SWR)
Nadine ist wohnungslos und hätte in der Corona-Pandemie gerne eine warme Rückzugsmöglichkeit.

„Ich würde gerne eine Wohnung finden und dementsprechend dann auch endlich meine Ausbildung wieder in Angriff nehmen.“

Für Nadine ein großer Traum. Die 35-jährige hat in München ihre Wohnung verloren, ist kurze Zeit bei ihrem Vater und der Schwester untergekommen und nun wohnungslos. „Ich habe in München zwar schon oft nach einer Einrichtung gesucht. Was aber wirklich katastrophal gewesen ist. Dann habe ich mich eben an das Job Center in München gewendet, die haben mich dann zum SKF (Sozialdienst katholischer Frauen) in Trier geschickt. Es ging sehr fix, ich hatte direkt am nächsten Tag, als ich angerufen habe, einen Platz bekommen.“ Nadine wohnt nun in einer Notübernachtungsstätte für Frauen, die in kleine Wohngruppen aufgeteilt ist. Das heißt, sie kann sich dort von 17-9 Uhr aufhalten, ansonsten muss sie ihre Zeit draußen verbringen. Am Wochenende heißt es schon um 7.30 Uhr das Haus verlassen. In Zeiten, in denen viele Betriebe aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen sind, eine Herausforderung.

„Durch Corona ist es extrem erschwert. Vor allem jetzt, wo es halt doch kälter wird, hat man nicht mal wirklich was, wo man sich mal hinsetzen kann, einen Kaffee trinken kann, sich aufwärmen kann. Das macht es schon sehr schwer. Ich bin ständig von A nach B hin und her gelaufen. Mittlerweile darf man sich in der Stadt auch nicht mehr einfach so irgendwo hinsetzen.“

Nadine kommt nur schwer zur Ruhe, sie wünscht sich, dass die Menschen mehr Rücksicht auf Personen wie sie nehmen würden. „Wir haben halt leider nicht die Möglichkeiten, uns tagsüber im Warmen aufzuhalten, wenn jetzt doch alles dicht gemacht wird.“ Das Trierer Café Haltepunkt, dass wohnungslose Frauen unterstützt, ist eine wichtige Anlaufstelle für Nadine. Hier kann sie sich nicht nur aufwärmen und was essen, sondern sie findet auch Hilfe, um auch wieder ihre Ausbildung fortzusetzen zu können und eine eigene Wohnung zu finden.

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Überlebenskampf: Sturz aus 50 Metern überlebt

Eine Bergwanderung in Neuseeland wird für Johannes aus Stuttgart fast zum Todesurteil. Er stürzte 50 Meter in eine Schlucht und musste sich daraufhin über 20 Stunden schwerverletzt durch die Wildnis kämpfen. Er überlebt, leidet aber noch heute unter den Folgen seiner Verletzungen.
„Direkt nach dem Aufprall auf dem Felsboden habe ich gesehen, wie mein Handy leuchtend neben mir in einem Busch gelandet ist. Im Gegensatz zu mir, hat es keinen Kratzer abbekommen. Aber es hatte leider keinen Empfang.“ (Johannes, 36, aus Stuttgart)
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Eigentlich sollte es nur ein kurzer Ausflug werden. Nur mit einem Wasserbeutel, Sonnencreme, einem Handy und in kurzer Hose mit T-Shirt bekleidet, geht Johannes auf Bergwanderung. Doch als er auf dem Rückweg im Nebel plötzlich ins Leere tritt und rund 50 Meter in die Tiefe stürzt, ist für ihn klar: Das überlebe ich nicht.
Fall ins Bodenlose
„Es hat sich einfach viel zu lange angefühlt. Denn ich kenne das Gefühl des freien Falls – ich bin schon Bungee und Fallschirm gesprungen. Zum Glück haben wohl ein paar Äste meinen Fall gebremst. Noch Monate nach dem Unfall habe ich beim Zähneputzen Baumreste aus meinem Zahnfleisch gezogen.“ Wie durch ein Wunder überlebt Johannes den Sturz. Doch sein rechtes Sprunggelenk bekommt die komplette Wucht des Aufpralls ab.
Letzte Hoffnung: künstliches Sprunggelenk
Im Krankenhaus in Neuseeland wird er zwar gut versorgt, doch der Schaden am Knochen ist nicht wiederherstellbar. Johannes hat bis heute ununterbrochen Schmerzen. Ein künstliches Sprunggelenk aus der Schweiz ist seine letzte Hoffnung wieder in ein normales Leben zurückzukehren. Um die kostspielige Operation zu ermöglichen, hat seine Schwester ein Spendenkonto auf einer Crowdfunding-Seite eingerichtet. „Bereits am 20. Januar wird meine langersehnte Operation stattfinden. Um die OP nicht aufs Spiel zu setzen, bin ich bereits seit einigen Tagen vorsorglich in Quarantäne.“  mehr...

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