Ein bisschen Normalität im Ahrtal: Die Weinlese nach der Flut

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AUTOR/IN
Theresa Berwian
Michael Heußler

„Endlich kann ich einfach wieder Winzer sein“

sagt Markus, dessen Weingut in Dernau bei der Flutkatastrophe im Juli überschwemmt wurde. Viele seiner Maschinen waren kaputt, Fässer wurden weggespült und der Weinkeller stand komplett unter Wasser.

In den letzten Wochen hat Markus nur auf ein Ziel hingearbeitet: die Weinlese. Denn die Weinberge, das wichtigste Gut der Winzer im Ahrtal, wurden verschont. „Die Lese ist wichtig, damit wir im nächsten Jahr auch Wein für unsere Gäste haben und Geld verdienen können.“ Denn dieses Geld wird dringend für den Wiederaufbau benötigt.

Ablenkung von der Flut

Erstmal ist die Lese aber eine willkommene Ablenkung nach dem Schlammschippen und den Aufräumarbeiten der letzten Wochen. „Es ist wieder ein Stück Normalität und unser ganz normales Winzerhandwerk.“ Trotzdem muss auch immer wieder improvisiert werden. Wenn morgens der Traktor, der im Hochwasser stand, doch nicht anspringt zum Beispiel. „Da haben wir uns spontan bei einem Kollegen einen geliehen. Wir müssen schließlich zusammenhalten, sonst geht es nicht.“

Anders als sonst sind auch die Freiwilligen, die gekommen sind, um bei der Lese zu helfen. Ohne die, wäre es in diesem Jahr schwierig geworden. Denn viele, die sonst helfen, haben selbst in ihren zerstörten Häusern zu tun, erklärt Markus. „Wir Winzer sind wirklich dankbar, dass wir so unterstützt werden, das gibt uns auf jeden Fall Hoffnung.“

Deshalb blickt Markus auch optimistisch in die Zukunft. „In fünf Jahren wird sich viel im Ahrtal verändert haben. Aber ich hoffe, dass wir dann zurückgucken und feststellen, dass nicht alles schlechter geworden ist“, sagt Markus. Es sei noch viel Arbeit, die vor ihnen allen liegt. „Aber gemeinsam können wir das hier schaffen.“

Wisst ihr wie die unzähligen Helfer*innen in die Krisengebiete kommen? Mit dem Auto nicht! Schaut in der ARD Mediathek vorbei unter: „Thomas Pütz und sein Helfershuttle ins Ahrtal“.

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