Kunst-Projekt an der JVA Wittlich: Häftlinge malen mit ihren Kindern

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Anna Pöhler
Anna Pöhler (Foto: SWR)

Serkan (Name geändert) hat seinen Sohn seit sieben Monaten nicht gesehen. Er sitzt in der JVA Wittlich, bisher war er in U-Haft, jetzt ist sein Urteil rechtskräftig und er kann in den Strafvollzug wechseln. Insgesamt muss er zwei Jahre hierbleiben, wegen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Vier Mal darf er im Monat Besuch bekommen, aber immer nur für eine Stunde. Berühren darf er seine Frau oder seinen Sohn dabei nicht, nur ein kurzer Kuss und eine Umarmung am Anfang sind erlaubt. Der Besuchsraum ist zwar einladend gestaltet, aber Häftlinge und Familie sitzen streng voneinander getrennt und sehen sich nur durch eine Glasscheibe.

„Das ist schon hart, ich habe oft Heimweh und vermisse meinen Sohn. Gerne würde ich ihn auch mal in den Arm nehmen oder auf meinen Schoß.“

Der Künstler R. O. Schabbach hat sich deswegen etwas ganz Besonders für die wenigen Besuchszeiten überlegt: Die Häftlinge dürfen zusammen mit ihren Kindern malen. Gezeichnet wird auf ein transparentes Papier, das am Ende auf die Besuchsscheibe geklebt werden kann. Und: Die Kinder dürfen das Bild von ihrem Papa mitnehmen! Sonst dürfen die Häftlinge ihren Kindern keine Geschenke machen. Umgekehrt geht das jedoch nicht. Die Häftlinge dürfen keine Geschenke von außen bekommen.

„Das ist echt ein tolles Projekt, ich kann mit meiner Familie quasi auch mal etwas unternehmen und meinem Sohn ein kleines Geschenk machen.“

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