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Blumenteppich legen an Fronleichnam

„Schau, jetzt freuen sich alle, wie schön er geworden ist!“, sagt Eva Hauser stolz. Der Blumenteppich ist fertig. Als die 28-Jährige das letzte Mal dabei war, war sie noch ein Kind. „Ich finde es eine sehr schöne Tradition, die leider in den letzten Jahren immer mehr verloren geht.

Früher waren es vier, fünf Altäre im ganzen Dorf und es wird jetzt immer weniger, weil sich immer weniger Leute ehrenamtlich engagieren.“ Ab sechs Uhr morgens legen die Frauen in Beurig bei Saarburg drei Stunden lang Blumen zusammen. Doch die meiste Zeit nimmt die Vorbereitung in Anspruch.

„Es ist ja nicht nur das Blumen legen, sondern auch die ganze Arbeit, die da vorher schon drin steckt. Das Aussuchen des Motivs, dann die ganzen Überlegungen: Wie kann der Teppich dargestellt werden? Mit welchen Blumen? Dann natürlich auch das Erfragen: Wer kann Blumen spenden? Wo bekommen wir die verschiedenen Materialien her? Wer kann dazu was beitragen? Ich mein, es ist ja nicht so, als ob wir da morgens hin gehen, eine halbe Stunde den Teppich legen und dann fertig sind.“

Die Damen der Kolpingsfamilie „St. Marien“ Beurig legen seit 20 Jahren den Blumenteppich. „Ich finds einfach so toll, was die Damen hier auch schon die ganzen letzten Jahre geleistet haben und wie viel Zeit die einfach hier rein investieren.

Das sollte auch einfach gewürdigt werden, finde ich. Weil es einfach so ist, dass es immer weniger wird und sich immer weniger Leute bereit dazu erklären, die Arbeit auf sich zu nehmen – vor allem, weil es ja auch nachher nur die paar Minuten sind, die der Teppich gewürdigt wird, und dann ist der ganze Zauber ja auch leider schon wieder vorbei.“

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