In der Senioren-Residenz Trier wohnen Studenten (fast) umsonst

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Ein nobler Essenssaal, im Vordergrund sitzt ein junger Mann neben einer älteren Dame an einem Tisch. (Foto: SWR)
Im Altersheim als junger Mensch wohnen?
Joshua ist Student und Bewohner einer Senioren-Residenz in Trier.
Die Idee: Zeit statt Miete.
Joshua darf kostenlos wohnen, muss aber 35 Stunden im Monat mit den Bewohnern verbringen.
„Hier kommt man mit so vielen Menschen zusammen, mit denen man in dieser Form im Alltag vermutlich nicht zusammenkommt.“
Zusammen mit vier anderen Studenten ist er Ende 2019 eingezogen.

„Für mich ist das ganz normal. So, wie ich mit anderen Senioren im Alltag umgehe, so gehe ich jetzt auch hier mit den Menschen um. Und ich muss mich da ja auch nicht großartig verstellen, sondern ich kann ganz normal mit den Leuten sprechen.“

Joshua Ruffing (23) ist Bewohner der Senioren-Residenz am Zuckerberg in Trier. Genau genommen ist er Teil der sogenannten „Residenz WG“. Er und vier weitere Studenten leben hier – umsonst und das in einer geräumigen 40-Quadratmeter-Wohnung. Sie bezahlen in einer anderen Währung, und zwar mit Zeit.

Gegen die Vereinsamung

Zeit für die Senioren, die hier leben. 35 Stunden im Monat sind dafür vorgesehen. Was sie mir den Bewohnern machen, ist den Studenten freigestellt. In einem Hobbykeller kann zum Beispiel gekocht oder gebastelt werden. Die Heimleitung möchte damit der Vereinsamung entgegenwirken.

Aber natürlich hat auch Joshua etwas davon: „Am Anfang eines neuen Lebensabschnittes, gerade als Student, steht man natürlich vor der Frage: Wo wohnt man? Und bei den aktuellen Mietpreisentwicklungen heißt das, je nach dem, in welche Stadt man zieht und wie der eigenen Geldbeutel aussieht, kreativ werden.“ So ist er auf die Residenz WG gestoßen und hat sich beworben.

Nicht nur günstig wohnen

Doch es geht ihm nicht nur um die kostengünstige Wohngelegenheit. Joshua ist ein sozialer und offener Mensch: „Hier kommt man mit so vielen Menschen zusammen, mit denen man in dieser Form im Alltag vermutlich nicht zusammenkommt. Man bekommt Werte vermittelt, die einfach in der Generation, in der ich aufgewachsen bin, oder in der ich lebe, einfach anders gelebt werden. Und da hoffe ich eventuell in meinem weiteren Leben noch von profitieren zu können.“

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