Moselmädchen – Stephanie aus Igel an der Mosel ist Winzerin aus Leidenschaft

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„Meine Eltern haben nie gesagt, du musst. Ich habe erstmal Abitur gemacht. Aber ich bin schon als kleines Kind am Zipfel meiner Mutter gehangen und habe gespürt, dass es das ist, was ich mein Leben lang machen möchte.“

Stephanie Johaentges (27) ist auf dem Winzerhof und Landwirtschaftsbetrieb Löwener Mühle in Igel an der Mosel aufgewachsen. Ihr Vater kümmert sich um die Landwirtschaft, ihre Mutter um die Winzerei. Schon die Uroma war Winzerin und diese Tradition setzt sich bis zu Stephanie fort. Die Frauen der Familie sind Winzerinnen, bis heute ein seltener Beruf für Frauen.

„Dass es aber der Weinbau geworden ist, hat ausschließlich mit unseren Gästen zu tun.“ Stephanie liebt es die Reaktion der Gäste bei der Verkostung des Weins.

„Beim Getreideanbau gibt man das Getreide an die Mühle, aber sieht nie, wie jemand das Brot kostet.“

Stephanie und ihr Freund Fabian, der selbst Getränketechnologe ist, möchten die Winzerei bald übernehmen. Mit dem neuen Schwung, den Stephanie in die Winzerei bringt, begeistert sie sogar auf einem Youtube-Blog über 10 000 Zuschauer.

So ist sie ist fest in ihrer Heimat verwurzelt und lebt in einem Drei-Generationen-Haushalt direkt an der luxemburgischen Grenze.

„Meine Uroma war Luxemburgerin. Das macht unser Lebensgefühl aus, weil wir schon das französische Genussgefühl in uns haben.“

Für Stephanie steht fest, sie hat ihren Traumberuf und ihren Platz gefunden: „Heimat ist für mich Vergangenheit und Zukunft vereint. Über der Stelle am Fluss, an der ich als Kind Staudämme gebaut habe, ist jetzt meine Wohnung. Heimat muss man fühlen. Woanders würde ich immer das Gefühl haben: Eigentlich gehöre ich an die Mosel. Die Region liegt mir am Herzen. Ich bin halt ein Moselmädchen.“