Josephine Henning hat ihren ersten Traumjob Profifußballerin für die Kunst beendet

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Europameisterin, Olympiasiegerin, Champions League-Gewinnerin - Künstlerin. Josephine Henning hat im vergangenen Jahr mit 28 Jahren ihre Profi-Fußballschuhe an den Nagel gehängt und ist in ihre Heimatstadt Trier zurückgezogen.

„Irgendwann hatte ich alles erreicht, was ich wollte, und auch mein Körper war fertig. Da kamen Zweifel: Ist jetzt der Moment, meinen anderen Träumen nachzugehen, die immer in mir waren?“

Seit sie 16 Jahre alt ist, ist Josephine Henning Fußball-Profi. „Man kann sein Geld für den Moment verdienen, aber nur von den Zahlen her ist das meilenweit von den Männern entfernt. Ich glaube, dass alle Mädels etwas neben her machen, um mit 30 diesen Umbruch finanzieren zu können.“ Josephine Henning hat neben der Fußballkarriere studiert: In Wolfsburg Gesundheitsmanagement, in Paris Grafikdesign und Innenarchitektur.

Die Kunst hat sie immer begleitet, auch in ihrer Zeit beim Fußballclub Paris Saint-Germain. „Paris war eine wahnsinns Umgebung, die kleinen Gässchen, die Galerien, da habe ich viele Ideen bekommen.“ Zurück in Trier widmet sie sich ganz der Kunst: „Das ist meine zweite Leidenschaft und macht mich glücklich.“ Der Sport spielt aber weiterhin eine große Rolle.

Gerade hat sie eine lebensgroße Skulptur geformt, aus weltweit gesammelten Fußballschuhen. „Wenn man sich überlegt, dass jeder Schuh irgendwo bei einer kleinen oder großen Geschichte mitgespielt hat, wie viele Emotionen daran hängen. War das ein Ligaspiel, ein Champions League Spiel, ein Schuh von einer Spielerin, die auf der Bank saß und so dabei war? Egal welcher Schuh, welche Spielerin, trotzdem ergeben sie am Ende etwas zusammen.“

Mit ihrer Kunst will sie auch etwas bewegen, ihre Skulptur ist die erste Fußballerinnenfigur. „Ich war sehr geschockt, als ich erfahren habe, dass es so eine Skulptur noch nicht gibt.“ Umso mehr freut es sie, dass sie im Sommer bei der Frauen-WM in Paris ausgestellt wird. Einen Titel hat die Skulptur noch nicht. „Vielleicht wird es ein Titel, der diese Verbindung aufzeigt, wie ,Meant to bond‘, aber vielleicht bekommt sie auch einen Namen.“

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