Nach dem Holocaust findet dieses Porzellan zurück zu seiner jüdischen Familie

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Vor 80 Jahren bat Familie Feiner ihre Nachbarn, auf das gute Familienporzellan aufzupassen, bis sie wiederkämen. Doch die jüdische Familie kam nicht wieder - 1942 wurden alle Juden in Lehmen im Dorfzentrum zusammengetrieben und in Konzentrationslager deportiert. Die Tochter Johanna Feiner arbeitete noch zwangsweise in einem Pflegeheim. Sie wurde später – wie ihre Eltern – in einem KZ ermordet.

„Meine Mutter war mit der Tochter dieser jüdischen Familie befreundet, und es war einfach klar, dass wir das aufbewahren, dass es unsere Pflicht ist, den Nachbarn den Gefallen zu tun noch dazu bei diesen schlimmen Schicksalen, die die ereilt hat."

Den Heimatforscher Christoph Stoffel lässt die Geschichte mit dem Geschirr nicht los, bringt sie in die Rheinzeitung. Und die liest der evangelische Pfarrer und Hobby-Historiker Ulrich Offerhaus aus Koblenz. Er findet Nachfahren, eine Großnichte und deren Freund.

Beide haben den Holocaust überlebt, haben sich nach dem Ende des Dritten Reiches wiedergefunden, waren kurze Zeit in Oberwesel und in Kobern, sind dann nach Amerika ausgewandert und haben 1948 dort geheiratet. Von ihnen gibt es womöglich eine Enkelin in den USA. Und damit eine Erbin des Geschirrs. Ulrike Moritz ist erleichtert.

„Ich bin dann auch dankbar, also dass wir es geschafft haben, das so lange zu hüten und tatsächlich jemandem zu geben, dem es zusteht.“

In Lehmen ist man froh über die Aussicht, das Geschirr den Nachfahren der Familie Feiner übergeben zu können. Nach 80 Jahren. Jetzt will der Ort in Gedenken an die jüdischen Mitbürger und Mitbürgerinnen eine Ahnentafel erstellen.

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