„Die Übergabe der Stammzellen ist jedes Mal ein Gefühl von purem Glück und absoluter Zufriedenheit.“

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Anna Pöhler
Anna Pöhler (Foto: SWR)
Junger Mann im Flugzeug (Foto: SWR)
Philipp Ripkens transportiert Stammzellen als „On-Board-Kurier“
Mehr als 85 Flüge hatte er dieses Jahr schon.
In dieser Kühlbox nimmt Philipp die Stammzellen mit.

„Die Übergabe der Stammzellen ist jedes Mal ein Gefühl von purem Glück und absoluter Zufriedenheit. Das ist ein Gefühl, das ich aus meinem normalen Leben so eigentlich nicht kenne.“ (Philipp bringt Stammzellen per Flugzeug zu Spendern)

Als BWL-Student in Mainz fängt Philipp mit diesem ungewöhnlichen Nebenjob an. Immer wenn er Zeit hatte, setzt er sich ins Flugzeug und transportierte als „On-Board-Kurier“ für die DKMS Stammzellen. Mittlerweile macht er den Job ehrenamtlich neben seinem Beruf als Marketing-Experte in der IT-Branche. Philipp hatte schon früh Kontakt mit dem Thema Blutkrebs: „Als ich noch ein Junge war, ist das Nachbarskind an Leukämie erkrankt.“ Eine passende Spende wurde nicht gefunden. „Dieser junge Mensch ist viel zu früh gestorben.“

Der Einsatz von Philipp ist ehrenamtlich

Über 500 Stunden war Philipp in den letzten zwölf Jahren in der Luft. Als Ehrenamt bekommt er für seine Tätigkeit kein Geld, sondern nur die Reisekosten. „Ich tue etwas Gutes und das setzt in mir zusätzliche Energie frei.“ Die Stammzellen bekommt Philipp in einer Art Kühlbox, dann geht’s zum Flughafen. „In der Box ist ein Menschenleben drin. Deswegen muss ich sie während des ganzen Transports immer im Blick haben. Es ist quasi wie in einem Agentenfilm. Es würde nur noch fehlen, dass die Box mit Handschellen an mir befestigt wäre.“

In den letzten Jahren hat Philipp so über 150 Stammzellen transportiert. Sein schönstes Erlebnis hatte er vor einigen Jahren. „Da habe ich spät abends am 23. Dezember, Stammzellen zugestellt. Die Spende ging an ein Kinderkrankenhaus. Das Kind war erst wenige Jahre alt.“ Mit Krankenwagen, Blaulicht und Martinshorn wird Philipp vom Flughafen zur Kinderklinik gebracht. Kurz nachdem er die Box übergeben hat, läuteten auch noch die Kirchenglocken. „Für mich ist der Job wirklich gelebte Nächstenliebe. Und dann an Weihnachten einen Stammzellentransport zu begleiten, das ist für mich das schönste Geschenk.“

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