Cheerleading-Weltmeisterin: Mehr als Pom Poms schwingen

Cheerleading-Weltmeisterin: Mehr als Pom Poms schwingen

„Mein erster Gedanke war: Auf keinen Fall schwinge ich Pom Poms!“ – Verena Hommer (27) ist Cheerleading-Weltmeisterin – dabei kam sie eher zufällig über eine Wette dazu. Seit ihrem fünften Lebensjahr war sie Leistungsturnerin, dann hat der Verein die Abteilung geschlossen.

„Ich bin von 24 Stunden Training auf null gefallen – das war sehr schwer für mich. Damals konnte ich mir nicht vorstellen, dass Cheerleading Leistungssport ist. Das habe ich unterschätzt. Wir zeichnen uns vor allem über die Akrobatik aus und da müssen wir körperlich das leisten, was man im Kunstturnen mit der dreifachen Trainingszeit erreicht.“

Inzwischen hat Verena das Cheerleading sogar zu ihrem Beruf gemacht. Als festangestellter Coach trainiert sie Teams in ganz Europa – und die Nationalmannschaft, mit der sie bei der WM im April die Goldmedaille und den Championship-Ring holte. „Das ist die größte Ehre, die man erreichen kann – noch wichtiger als die Medaille. In den Songs unserer Performances heißt es nicht umsonst‚ 'we're gonna take home the ring' – genau das haben wir geschafft!“ Bei allem internationalem Erfolg liegt Verena aber auch ihr Heimat-Verein am Herzen: „Die Koblenzer Cheerleader haben mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Ich habe jetzt so viel Erfahrung, dass ich auch etwas zurückgeben kann.“ Im letzten Jahr hat der Olympische Sportbund Cheerleading offiziell anerkannt – jetzt muss sich der Sport etablieren und seine Trainerausbildung standardisierten. „Genau da kann ich helfen, um Cheerleading in Deutschland nach vorne bringen“, ist sich Verena sicher. „Es wird noch dauern, bis wir olympisch sind, aber das ist alles, was unsere Generation jetzt tun kann. Wir werden es in unserer sportlichen Karriere nicht mehr erleben, aber wenn wir jetzt nicht anfangen, wird es nicht passieren.“

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