Mit dem Rollstuhl auf Reisen

Dauer

Kim aus Mannheim sitzt im Rollstuhl – aber das hält sie nicht davon ab, mit "Lutzi" die Welt zu erkunden.

„Mein Rollstuhl heißt Lutzi. Sie ist meine treue Reisebegleiterin, ohne die ich wohl nirgendwohin kommen würde. Bestes Stück.“

Kim, 30, Reisebloggerin

Im Alter von zwei Jahren bekommt Kim die Diagnose: „spinale Muskelathrophie“. Die Muskeln in ihrem Körper lösen sich auf. Schon damals ist klar: Sie wird im Rollstuhl sitzen. Als Kim acht Jahre alt ist, prophezeien ihr die Ärzte eine Lebenserwartung bis zum zwanzigsten Lebensjahr - jetzt ist sie 30.

Ab geht die Lutzi

Kim tauft ihren Rollstuhl Lutzi, frei nach „ab geht die Lutzi“. Und ab gehen die beiden, oft in Begleitung von Kims Ehemann oder ihren besten Freundinnen. Marokko, Mauritius, Florida, Sardinien, Italien, Spanien und, und, und – ungefähr 70 Ziele haben sie schon bereist.

Reisebloggerin

Kim bloggt auch als @wheeliewanderlust über ihre Reisen: „Ich will mindestens einmal im Monat etwas sehen, was ich vorher noch nicht gesehen habe“, das ist ihr Lebensmotto. Mit ihrem Blog will sie aber nicht nur von ihren Reisen erzählen, sondern auch andere inspirieren: „Vor allem die, die sich nicht so trauen, unterwegs zu sein. Fliegen ist zum Beispiel ein Thema, das Leute mit Rollstuhl nicht so gerne in Angriff nehmen, genauso wie weite Reisen."

"Ich glaube, wenn man sich richtig vorbereitet, ist viel – oder sogar alles – möglich.“

Holpriger Anfang

Bis Kim so selbstbewusst mit Lutzi umgehen konnte, war es ein Prozess: „Bis vor etwa sechs Jahren gab‘s von mir nicht mal ein Bild im Rollstuhl. Wenn Leute Bilder gemacht haben, dann musste man das immer so ausschneiden, dass es ganz schön aussah. Ich habe gedacht, ich muss es verstecken. Heute ärgere ich mich über mich selbst, dass ich mir da so schwergetan habe.“

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