Die deutsche Sintezza Zilli hat ihre Familie im KZ Auschwitz verloren

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Zilli Schmidt aus Mannheim ist eine der letzten Zeitzeugen, die über den Völkermord der Nazis berichtet. Nahezu ihre gesamte Familie wurde in einem Außenlager des KZ Auschwitz getötet.

Ich muss oft weinen, aber ich zeige es nicht. Ich schlucke es runter. Es ist nicht leicht darüber zu erzählen, wie meine Menschen vergast worden sind.

Die Verfolgung 

Cäcilie "Zilli" Reichmann ist eine deutsche Sintezza. Sinti sind eine Gruppe der Roma. Ab Mitte der 1930er Jahre begann das NS-Regime mit der organisierten Verfolgung der Sinti und Roma, 1938 wurde die "Reichszentrale zur Bekämpfung des Zigeunerunwesens" eingerichtet. Schließlich wurde mit dem Auschwitz-Erlass von 1942 die Deportation aller im nationalsozialistischen Deutschen Reich lebenden Sinti und Roma angeordnet.   

Für Zilli und ihre Familie begann eine Zeit der Angst, Flucht, Verfolgung und schließlich auch der Verhaftung. Zilli kam zusammen mit ihrer 4-jährigen Tochter und anderen Familienmitgliedern in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau.   

Im Konzentrationslager 

In ihrem Buch versucht Zilli die schrecklichen Geschehnisse zu verarbeiten. "Bei uns war der Ofen nicht weit. Aber die Erwachsenen sprachen nicht darüber. Aber meine 4-jährige Tochter hat gesagt:  

‚Mama, Mama, da hinten werden wieder die Menschen verbrannt.‘ 

Und da habe ich gesagt: ‚Nein. Da backen sie doch nur Brot.‘ Aber meine Tochter blieb dabei: ‚Nein Mama, da werden die Menschen verbrannt.‘", schreibt Zilli in ihrem Buch.  

Ihre ganze Familie wurde im Auschwitz getötet. Auch ihre kleine Tochter. "Ich habe in der Zeit danach gebetet, dass der Herr mir nie wieder Kinder schenken soll. Und ich habe auch nie mehr Kinder gehabt", sagt Zilli.  
 

Mit Hilfe eines Zivilarbeiters im Lager gelingt Zilli die Flucht. Sie flieht nach Berlin zu ihrem Bruder. Der hatte bei der Wehrmacht gedient und in Russland gekämpft. Er landete im KZ, wurde sterilisiert und wieder frei gelassen.   

Gegen das Vergessen 

Heute lebt Zilli in Mannheim und berichtet öffentlich von Ausgrenzung, ihrem Aufenthalt im KZ und von der Wiedergutmachung für das ihr zugefügte Leid, was natürlich nicht spurlos an ihr vorbei gegangen ist. "Ich nehme Antidepressiva. Als gläubiger Mensch dürfte ich das gar nicht nehmen. Aber ich bete immer zu meinem Herrn: ‚Du weißt, ohne das kann ich nicht schlafen. Dann bin ich wieder in Auschwitz.‘ Er verzeiht mir auch, da bin ich mir sicher."

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