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Alex Müller (Foto: SWR)
Verena Ecker (Foto: SWR)

Swetlana und Caroline aus Mannheim führen ein Café mit Wohnzimmer-Atmosphäre. Hier bezahlt man nicht für den Kaffee, sondern für die Zeit, die man dort verbringt.

„Wir wollen in unserem Café nicht nur junge Menschen mit Dutt und Birkenstocks, wir wollen auch den Seniorentreff – hierher darf jeder kommen.“

Swetlana, 32, und Caroline, 30, Café-Besitzerinnen

Swetlana (32) und Caroline (30) kennen sich schon ewig. Sie haben zusammen Abi gemacht. Und schon damals hatten sie jede Menge Ideen. Aber erstmal trennten sich ihre Wege: Sie studierten, lebten woanders, arbeiteten.

Ein Traum wird wahr

Nach einigen Jahren trafen sich die beiden in Mannheim wieder und beschlossen: Wir machen den Traum wahr. Wir eröffnen unser eigenes Café. Beziehungsweise: Anticafé! Denn in ihrem Laden "klokke" bezahlt man nicht die Getränke, sondern die Zeit, die man bei ihnen verbracht hat. Ihr Café steht in der Neckarstadt-West. Und da passt es sehr gut hin, finden sie.

„Da saß irgendwann bei Anne Will eine und hat gesagt: ‚Neckarstadt-West, das ist eine No-go-Area in Mannheim.‘ Und da dachten wir: So ein Quatsch! Die Menschen, die hier wohnen, das ist ein Querschnitt von Mannheim. Von Studenten über Kreative bis hin zu Menschen mit Migrationshintergrund.“

Swetlana, 32, Café-Besitzerin

Grüße vom Dönermann

„Vor der Eröffnung haben wir hier in der Straße Klinken geputzt. Wir haben mit allen geredet“, erzählt Caroline. Swetlana ergänzt: „Mittlerweile lässt uns der Dönermann Grüße ausrichten. Wenn wir uns ein neues Telefon kaufen wollen, dann gehen wir rüber zu unserem Handymann, der berät uns. In der Straße weiter unten ist unser Farbenmann, den konnten wir beim Einrichten sonntags anrufen und sagen: Unsere Farbe reicht nicht! Und dann ist er gekommen.“

Auf gute Nachbarschaft

„In der Nachbarschaft gibt es einfach total spannende Leute“, findet Caroline – „zum Beispiel war mal eine alte Dame da und wollte ihren Koffer hier abstellen. Wir hatten beide den Eindruck, sie wäre verwirrt. Sie sagte, sie müsse noch zur Bank und rannte raus und wir dachten – na toll, jetzt sitzen wir hier mit diesem Koffer. Aber die war überhaupt nicht verwirrt, im Gegenteil. Das ist eine ganz tolle, toughe Frau. Mittlerweile ist sie über 80. Sie hat im Stadtteil einen Kindergarten aufgebaut, gegen alle Widerstände. Sie kümmert sich auch heute noch um die Kinder von den Kindern, die sie früher betreut hat. Wir haben sie sogar der Stadtverwaltung empfohlen – als eine, die das Viertel hier echt gut kennt und weiß, was passieren muss.“

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