Ein Fall für die Kuscheltierärztin

Dauer

Stefanies Patienten sind Teddy, Puppe und Co. In Karlsruhe repariert sie Kuscheltiere in mühevoller Handarbeit. Wie es dazu kam, ist eine Geschichte voller Zufälle.

„Dass ein Kuscheltier kein Ding ist, keine tote Sache, sondern wirklich ein Lebewesen – das habe ich bei der Arbeit hier gelernt.“

Stefanie, 37, Kuscheltierärztin

„Jeder Patient erzählt mir was“, erklärt Stefanie in ihrem kleinen Arbeitsraum in Karlsruhe-Durlach. Dass sie heute „Kuscheltierärztin“ ist, ist eine Geschichte voller Zufälle: Sie selbst hat nämlich gar keine Kuscheltiere.

Mit dem Bärenclub fing alles an

Handarbeit? Damit stand Stefanie lange auf Kriegsfuß. „Nähen oder gar Handnähen – das war noch nie meins.“ Aber dann stolperte sie über einen Aushang für einen „Bärenclub“. Dort lernte sie, selbst kleine Bärchen herzustellen. In Handarbeit. „Ab und an habe ich dann auch mal ein Kuscheltier repariert. Naiv wie ich war, habe ich das dann auf meiner Facebook-Seite gepostet: Guckt mal, hab wieder mal ne Reparatur.“

Patienten im Briefkasten

Und plötzlich war ihr Briefkasten voll, im wahrsten Sinn des Wortes: mit neuen „Patienten“, also antiken, zerlutschten, von Hundebissen gezeichneten Kuscheltieren.
Menschen aus ganz Deutschland und sogar den Nachbarländern bringen Stefanie mittlerweile Patienten. Und jedes Mal, wenn die dann mit neuen Augen, Pfoten, Kleidern entlassen werden, erlebt die Kuscheltierärztin große Gefühle:

„Pure Freude, Dankbarkeit. Tränchen werden hier vergossen.“

Traum von der eigenen "Klinik"

Noch kann Stefanie nicht von ihrer Arbeit leben, aber sie überlegt, ob sie sich mit ihrer „Klinik“ selbstständig machen kann. Derzeit denkt sie über ein Geschäftsmodell nach und gibt manchmal auch Workshops für Kinder. Dort lernen sie, wie sie Kuscheltiere selber machen oder reparieren können. Stefanie ist es wichtig, den Kindern was mitzugeben:

„Viele Kinder kennen das gar nicht: ein kaputtes Kuscheltier zu haben, dass man das nicht wegwirft, sondern repariert.“