Kinderbuchautorin mit großem Herz

Dauer

Else aus Alpirsbach schreibt Kinderbücher, führt ihren eigenen Verlag und engagiert sich mit Hilfe ihres Spielzeugladens für Waisenkinder in Rumänien. Eine Kämpferin, die sich noch lange nicht zur Ruhe setzten will...

„Im Kopf hat man viel, aber das in die Realität umzusetzen, ist nochmal was ganz anderes. Da hab ich vielleicht gesagt: Muss sei.“

Else Schwenk-Angers, 80, Kinderbuchautorin

Es gibt zwei große Projekte in Else Schwenk-Angers Leben: Ihre Kinderbücher und ihr soziales Engagement. Sie sagt dazu: „Ich hatte angeboren vermutlich eine künstlerische Ader. Und vor allem auch sozial. Das hielt sich immer so ein bissle die Waage.“

Auf eigene Faust zum eigenen Verlag

Für ihre eigenen drei Kinder schrieb sie Geschichten auf und gestaltete Bilder dazu. Sie bot die Ideen einigen Verlagen an, doch die lehnten alle ab. Also fuhr sie vor über 40 Jahren auf eigene Faust auf die Frankfurter Buchmesse. Mit „Direktmarketing“ verkaufte sie prompt 5000 ihrer Bücher an Buchhändler. Damit war ihr eigener Verlag gegründet.

Hilfe für Heimkinder

1990 rief Else den Spielzeugladen „Kinder-Reigen e.V.“ ins Leben, um mit den Einnahmen Waisenkinder zu unterstützen. Ein Jahr später wurden die menschenunwürdigen Zustände in rumänischen Waisenhäusern weltweit bekannt. Else reiste selbst nach Rumänien, in den Ort Lipova. In dem Waisenhaus vor Ort fand sie schreckliche Zustände vor.

„Das war der absolute Schock. Die Kinder sind ja nicht rausgekommen. Die haben ja kaum mal ein Tier oder eine Blume gesehen. Sie mussten ganz viel in den Betten liegen. Nachmittags, stundenlang. Bei schönstem Wetter. Und hatten kein Spielzeug, absolut nichts.“

Von ihrem Spielzeugladen ausgehend half sie jahrzehntelang den Kindern in Rumänien, gründete dort ein Haus für betreutes Wohnen, eine Lehrlingswerkstatt und ein Therapiezentrum. 2016 bekam sie dafür das Bundesverdienstkreuz.
Und Else ist noch längst nicht fertig. „So lange ich Kraft hab, werd ich immer tätig sein. Ich kann mir das übliche ‚schöne Leben‘ nicht vorstellen. Das wäre mir viel zu langweilig.“