Wenn das Fernweh ruft

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Nach dem Bachelorstudium wusste Sarah aus Tiefenbach, dass sie nicht für den Bürojob in Deutschland gemacht ist. Sie wandert nach Guatemala aus und segelt fortan um die Welt.

„Ich will das Leben spüren – auch wenn‘s manchmal weh tut.“

Sarah bricht auf zu einer Weltreise und verliebt sich in einen jungen Yacht-Besitzer aus Kanada, dem sie sich anschließt. Ein Jahr lang segeln die beiden durch die Karibik und leben von der Hand in den Mund. Sarah wird schwanger. Aber sie verliert das Kind und die Beziehung zerbricht.

„Ich war zerschmettert – wie ein Glas, das auf den Boden fällt und in tausend Teile zerspringt.“

Im Heimatdorf hält sie es nicht lange aus

Sie kehrt für ein paar Monate zurück ins Elternhaus in Crailsheim-Tiefenbach bei Heilbronn – wacht eines Tages auf und weiß: Sie muss wieder los, das Fernweh ruft. Also fliegt sie nach Guatemala, ihr Lieblingsland in Mittelamerika, und bekommt dort eines Tages günstig ein altes Holzboot, Baujahr 1961, angeboten: „Alani“. Ohne lange zu überlegen schlägt sie zu.

„Ich hatte endlich wieder ein Projekt, an dem ich mich austoben konnte, einen Sinn im Leben.“

Aus zwei Monaten werden zwei Jahre

Aus der geplanten Renovierungszeit von zwei Monaten sind mittlerweile zwei Jahre geworden. Das Boot ist innen komplett morsch und verfault, wie sich herausstellt, das Holz muss raus, Sarah leistet harte körperliche Arbeit. Geld verdient sie zwischendurch als Köchin und Kapitänin auf Charter-Yachten für reiche Amerikaner.

Eine neue Heimat schaffen

Sarah wird noch eine Weile restaurieren müssen – freut sich aber sehr auf den Moment, wenn ihr Boot endlich fertig ist:

„Meine Freunde und meine Familie fehlen mir hier schon sehr: Der tägliche Kontakt, Kaffeetrinken mit meiner Mama. Deshalb wird jetzt mein Boot meine feste Homebase, meine Heimat.“

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