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Feen, Orks und Könige: Naraku aus Ispringen hat schon unzählige Kostüme in mühevoller Handarbeit gefertigt. Sie ist Cosplayerin mit Leib und Seele.

„Cosplayer sind Allround-Wesen: Wir sind unsere eigenen Designer, Schneider, Handwerker, Schuhmacher, Friseure, Requisiteure, Makeup-Stylisten, Manager und Schauspieler.“

Naraku, 31, Cosplayerin

Eigentlich ist Naraku Goldschmiedin – das Schneidern hat sie sich komplett selbst beigebracht. Welches Geschlecht die Figuren haben, die sie verkörpert, spielt für sie keine Rolle: „Ich habe sogar Kostüme, die gar kein Geschlecht haben, sondern ein lebender Busch sind.“ So ein Kostüm kann alleine an Materialkosten schon mal bis zu 400 Euro kosten. Die vielen Stunden Arbeit, die Naraku zusätzlich reinsteckt, sind da noch nicht eingerechnet.

Zweite Familie

Über 150 Kostüme hat Naraku in ihrem kleinen Atelier im Keller in Ispringen schon designt und umgesetzt. Cosplay ist ihr Hobby, seit sie 14 Jahre alt ist. „Die Cosplay-Szene ist mittlerweile meine zweite Familie. Wir wollen unsere Lieblingscharaktere zum Leben erwecken – das verbindet uns.“

"Dämonische Hölle"

Naraku ist eigentlich nur ihr Cosplayname, aber sie hat ihn auch in den Pass eintragen lassen. Den altjapanischen Namen hat sie sich selbst ausgesucht:

„Alle wollen immer 'hübsch' oder 'schön' heißen. Ich nicht. Naraku heißt: ‚dämonische Hölle‘. Das fand ich cool… außerdem schauen die Leute so schön komisch, wenn ich die Bedeutung erkläre.“

Bis zur Erschöpfung

Um ihre Kostüme perfekt zu machen, nutzt Naraku jede freie Minute: „Ich bin im Schneidern mittlerweile richtig schnell. Aber trotzdem gibt es Phasen bei der Arbeit, wo man denkt: Arrrgh warum mache ich das bloß?! Da dann mal zwei, drei Tage zu pausieren, ist keine schlechte Idee.“

Grabschen geht gar nicht

Narakus Liste an zukünftigen Wunschkostümen ist lang: von Märchenfiguren über Filmbösewichte bis zu klassischen Manga-Charakteren ist alles dabei. Und die sind manchmal – je nach Vorlage – auch ganz schön sexy:

„Bei Conventions passiert es dann schon, dass vor allem Männer – auch ältere – explizit nur meinen Hintern fotografieren oder bei gemeinsamen Fotos ihre Hand einfach auf meinen Hintern legen. Aber ich habe kein Problem, da auch mal deutlich zu werden.“

Ein Paradiesvogel durch und durch

Wenn andere Menschen sie wegen ihres Hobbys „Freak“ nennen, lacht Naraku nur: „Die meisten meinen das nett. Ich bin auch privat ein sehr fröhlicher, bunter Vogel. Durchgedreht – aber im positiven Sinn. ‚Freak‘: Das ist ein Kompliment.“

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