Die Katzenretterin

Dauer

Wera aus Karlsruhe hatte einen Traum: Ein Heim für alle herrenlosen Katzen einzurichten. Mit 56 steigt sie aus ihrem Bankjob aus, verschuldet sich und macht ihren Traum wahr.

„Meine Tochter schimpft: Mutter, wann willst du endlich mal zur Ruhe kommen? Sie versteht das nicht, dass man so fixiert auf Tiere sein kann. Das kann sie nicht mitempfinden, dafür muss man geboren sein.“

Wera, 71, ehrenamtliche Katzenretterin

Wera hat vor 10 Jahren die @katzenhilfe_karlsruhe_e.v ins Leben gerufen. Ein Haus, in dem über 100 Katzen leben und versorgt werden. „Das war mein Lebenstraum“, sagt die 71-Jährige. Menschen aus ganz Baden-Württemberg rufen bei ihr an.

Hilfe für herrenlose Katzen

„Wenn jemand ne Mutter mit Katzenbabys in seinem Schuppen gefunden hat, wenn Menschen gestorben sind und ihre Verwandten nicht wissen, was sie mit den Katzen machen sollen – dann kriegen wir die Anrufe.“ Das Geld ist immer knapp: „Bei uns werden alle Katzen geimpft, gechipt, kastriert. Die Tierarztkosten belaufen sich auf 10.000 bis 15.000 Euro im Monat.“

Wera von der Katzenhilfe hält ein kleines Kätzchen im Arm (Foto: SWR)
Wera mit der kleinen Belle

2017 haben Wera und ihre Ehrenamtlichen über 600 Katzen an neue Besitzer vermittelt. Aber sie gibt nicht jedem eine Katze mit nach Hause. „Ich geh mit meinem Bauchgefühl, ob mir die Leute sympathisch sind. Und wir machen bei allen eine Besichtigung vor Ort. Es ist nur zweimal vorgekommen, dass wir gesagt haben: Das geht nicht.“

Lottogewinn für Fußbodenheizung

Wera hat auch noch einen zweiten Lebenstraum: „500.000 Euro im Lotto gewinnen, damit ich das ganze Ding hier mit Fußbodenheizung ausstatten kann. Ich habe alles, was ich brauche.“

„Das Haus für meine Tiere schön machen, das wäre mein Traum!“

Wera hat verfügt, dass nach ihrem Tod das Haus noch 10 Jahre stehen bleibt, bis die letzte Katze vermittelt oder verstorben ist. „Danach können sie das abreißen, das ist mir egal.“