Etwas mit den Händen schaffen

Dauer

Tomasz aus Karlsruhe war Webdesigner. Aber ihm fehlte etwas. Dann kam der Anruf eines Kumpels, der das Leben von Tomasz veränderte.

"Ich brauchte ein analoges Ventil."

Tomasz, 26, betreibt eine Siebdruckwerkstatt

Tomasz lernte Grafikdesign im Printbereich. Immer wieder erlebte er dabei diese Situation: „Da gibt es den magischen Tag X - alle scharen sich um die Kiste aus der Druckerei, machen sie auf und die Offset-Farbe dampft aus dem Karton. Das ist ein Moment, für den du lebst. Und das gibt es nicht im Webdesign.“

Tomasz arbeitete eine ganze Weile im Bereich Webdesign, war aber nicht sonderlich glücklich damit. Ihm fehlte die Arbeit mit den Händen. Doch dann kam ein Anruf, der alles veränderte.

„Ein Kumpel von mir stand vor ein paar Jahren bei Stuttgart in einer alten Siebdruckerei und wollte da eigentlich nur etwas abholen. Aber er hat sich mit dem Eigentümer unterhalten und der hat gesagt, dass er seine Druckwerkstatt aufgibt. Wenn mein Kumpel wolle, könne er die komplette Einrichtung mitnehmen – für ‘nen Apfel und ‘nen Ei. Der Kumpel hat mich dann angerufen: Ey! Ich hab‘ hier eine Druckwerkstatt, der will nur ein paar Tausend Euro dafür, wie sieht's aus: Kaufen wir das?" Tomasz zögerte keine Sekunde.

„Klar! Hier ist mein Führerscheingeld.“

Eine Woche später haben die zwei die Einrichtung der Druckwerkstatt abgeholt und nach Karlsruhe gebracht – ihnen fehlte allerdings noch der passende Raum, um die riesigen Gerätschaften aufzustellen.

Sie hatten Glück und fanden über die Stadt einen perfekten Raum. Seit 2018 betreibt Tomasz die Werkstatt hauptberuflich. Er bedruckt zum Beispiel jedes einzelne T-Shirt mit der Hand.

„Ich schaffe rund 100 T-Shirts in der Stunde, dann passt das.“