Zwischen zwei Heimatländern

Dauer

Tomasz ist in seiner Kindheit viel rumgekommen. Er lebte wechselweise in Polen und Deutschland. Mittlerweile hat er in Karlsruhe seine ganz eigene Definition von Heimat gefunden.

„Wo gehöre ich eigentlich hin? Die Frage stellen sich ganz viele Leute nicht, die immer am selben Ort, im selben Land gelebt haben.“

Tomasz, 26, Designer

Tomasz ist in seiner Kindheit viel rumgekommen. „Ich bin in Polen geboren, 30 Kilometer von der Ostsee entfernt. Mit einem Jahr sind meine Eltern mit mir nach München, da bin ich dann auch in den Kindergarten gegangen. Dann haben sich meine Eltern getrennt und meine Mutter ist mit mir nach Polen zurück. Da habe ich dann gelebt bis 10, 11. Bis meine Mutter wieder eine Stelle in Deutschland gekriegt hat.“

Also ging sie mit ihrem Sohn nach Rheinland-Pfalz. Heute lebt und arbeitet Tomasz in Karlsruhe und denkt viel über den Begriff Heimat nach:

„Wenn du irgendwo hinziehst und findest dort Leute, zu denen du sofort einen Draht hast – dann ist das doch Heimat!“

Auch, wenn er nicht die doppelte Staatsbürgerschaft hat, sondern „nur“ einen deutschen Pass, beschäftigt ihn die große Integrationsdebatte sehr: Die Debatte werde meistens von Leuten geführt, die selbst gar nicht wüssten, wie das ist.

"Zu sagen ich bin Pole oder ich bin Deutscher, das ist nicht korrekt. Ich lebe und arbeite hier, bin Teil der Gesellschaft und fühle mich verantwortlich für das, was um mich herum passiert. Und auf der anderen Seite weiß ich, wo meine Wurzeln sind, wo ich herkomme."

Tomasz möchte sich nicht entscheiden. "Es wäre schön, wenn das einfach respektiert wird. Das runterzubrechen wäre einfach Exklusion.“