Wenn Enkel kochen: Timur und das Schnitzelproblem

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Obwohl Timur aus Pforzheim mittlerweile zum Studieren weggezogen ist, verbindet ihn noch vieles mit Zuhause: die geliebte Familie, der heimische Fußballverein – und das Essen seiner Oma.

„Bei uns in der Schule gab es nur ein kleines Bistro. Da gab es nichts Richtiges zu essen. Da habe ich immer bei meinen Klassenkameraden angegeben: Ich gehe jetzt Schnitzel essen zu meiner Oma.“

Timur, 22, Enkel

Früher konnte Timur mittags nach der Schule schnell zu Fuß zu seiner Oma gehen. Sie wohnte nur ein paar Meter weg von seiner Schule, mitten in Pforzheim. Auch sein Cousin und sein Bruder kamen zum Essen vorbei. Timurs Oma erinnert sich, dass die Jungs immer nur eins essen wollten: Schnitzel! Schnitzel mit Bratkartoffeln und Karottensalat.

„Meine ganze Art an sich ist theoretisch von meiner Oma. Ich würde mich sonst mit keinem aus meiner Familie so vergleichen wie mit meiner Oma.“

Timur denkt gerne an seine Kindheit mit der Oma zurück. Inzwischen sieht er sie nur noch alle paar Wochen, denn er studiert Informationsmanagement in Neu-Ulm. Doch die Bande zwischen den beiden ist ungebrochen. „Ich fühle mich ihr sehr ähnlich. Äußerlich wahrscheinlich eher nicht. Das Einzige, was wirklich passt, sind die Augen, die sonst keiner in der Familie hat außer meine Oma und ich. Vielleicht ist das der Knackpunkt, warum ich geworden bin wie sie.“

Enkel Timur und seine Oma Maria sitzen am Esstisch (Foto: SWR)

„Mit meiner Oma könnte ich definitiv zusammenwohnen. Ich würde vor allem immer gutes Essen bekommen, das wäre der Vorteil dabei.“

„Ich denke, dass wir uns nicht stören würden. Sie hat einen ganz anderen Tagesrhythmus als ich. Sie steht um sechs Uhr auf, ich stehe meistens um zwölf Uhr auf. Das Gute ist: Ich würde mein Frühstück kriegen, wenn sie ihr Mittagessen bekommt. Ich würde mein Mittagessen bekommen, wenn sie ihr Abendessen bekommt. Das würde genau zeitlich passen.“

Fußball in der Heimat

In seinen Heimatort Wimsheim, wo seine Eltern wohnen, kommt Timur regelmäßig. Seit er ein Kind ist, kickt er beim TSV Wimsheim. Das Training ist ihm heilig. „Hier Fußballspielen bedeutet für mich Zuhause. Weil es einfach so ist, dass meine ganzen Freunde und ich hier aufgewachsen sind. Immer wenn wir hierherkommen, ist es dasselbe Gefühl: Wir treffen uns und sind miteinander, wie wenn wir uns jeden Tag getroffen hätten. Das ist einfach der Wahnsinn.“

Die ganze Folge von „Oma kocht am besten“