Punk und Schlager passen nicht zusammen? Doch!

Dauer

„Meine Aufgabe ist es nicht, auf der Bühne eine Politikstunde zu geben. Ich bin dafür da, um mit den Menschen den Augenblick zu feiern.“

Michael, 50, früher Punk, heute Schlagersänger, aus Überlingen

„Ich hab mit 14 angefangen, Lieder zu schreiben, und mit 19 habe ich Neue Deutsche Welle gehört. Ich war Fan von den Toten Hosen. Das Lied ‚Hier kommt Alex‘ hat mich geflasht. Die hatten eine ganz andere Energie als andere.“

Von den Toten Hosen zur eigenen Band

„Ich hab mich dann so angezogen und alles nachgemacht von denen. Und relativ schnell hatte ich dann eine eigene Gruppe, mit der ich auch ähnliche Musik gemacht habe.“

„Ich bin jemand, der schon als Jugendlicher Schlager gehört, aber auch im Kirchenchor gesungen hat. Gleichzeitig habe ich Punkrock gehört. Für mich ist das überhaupt kein Unterschied.“

Punk und Schlager: Es gibt viele Gemeinsamkeiten

„Weil es ums Gefühl geht. Für mich waren immer schon die Melodien wichtig. Und da findest du plötzlich viele Gemeinsamkeiten.“

„Die Melodien und Akkordfolgen sind eigentlich exakt die gleichen wie beim Schlager.“

„Heute versuche, den Tiefgang von früher zu behalten und das Ganze mit ein bisschen mehr Rotz und mehr Energie zu fabrizieren als die meisten Schlager. Das muss ein Ozean sein und kein Titisee.“

Bitte kein aggro beim Konzert nach der Arbeit

„Mal ehrlich: Ich finde es auch schlimm, wenn die Leute nach einem stressigen Tag zu einem Konzert kommen und du gehst auf die Bühne und pflaumst weiter. Die haben genug Sorgen, da muss man nicht noch aggro singen, dann geht das ja gerade so weiter.“

„Ich bin dafür da, um mit den Menschen den Augenblick zu feiern, das festzuhalten, was schön ist, und dass es uns gibt. Das ist Schlager und das tut gut.“

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